Bericht zur Grundinventarisierung der waldbewohnenden Käferarten auf 4 Wald- und 4 Forstflächen im Nationalpark Sächsische Schweiz Untersuchungsjahr 2025

1. Vorbemerkungen

Die Käferfauna der Sächsischen Schweiz wurde bisher diskontinuierlich erforscht. Von 1970 bis 1990 haben vor allem Dr. Rüdiger Krause und Helmut Nüssler in der Sächsischen Schweiz Käfer erfasst und Beiträge zur Käferfauna veröffentlicht, ersterer beispielsweise über Lauf-, Blatt- und Rüsselkäfer und zuletzt Genannter u.a. über die Bockkäfer (siehe Literaturverzeichnis). Außerdem gibt es ein paar Publikationen weiterer Koleopterologen über die Käferartengruppen, auf die sie sich spezialisiert haben/ hatten, z.B. Jäger (1995), Jäger (2014), Witsack (1978) u.a. Der Autor dieses Beitrages führte von 2005 bis 2007 im Auftrag des Nationalpark Sächsische Schweiz stichprobenartige Erfassungen zur xylobionten Käferfauna auf 14 ausgewählten Waldflächen durch, wobei in den drei Jahren insgesamt etwa 800 Käferarten nachgewiesen werden konnten. Darunter waren 410 xylobionte Käferarten, wobei nach damaligem Kenntnisstand mehrere Neu- und Wiederfunde für die Käferfauna Sachsen registriert wurden, beispielsweise die Glanzkäferart Ipidia binotata, die Schwammkäferarten Cis quadridens und Hadreule elongatum und die Rüsselkäferart Magdalis rufa sowie die Kurzflüglerart Oxyporus maxillosus, der Wollhaarkäfer Trichoceble memnonia, der Rindenkäfer Rhizophagus grandis und die Pochkäferart Anobium emarginatum. Wie sich ein paar Jahre später herausstellte, gelang mit der Pflanzenkäferart Hymenophorus doublieri sogar ein Erstnachweis für die Käferfauna Deutschlands (https://www.lorenzjoerg.de/blog/hymenophorus_doublieri). Im Herbst 2017 und Frühjahr/Sommer 2018 erfolgten dann auf vier weiteren Waldstandorten Untersuchungen zur xylobionten Käferfauna, wobei 28 „neue“ Arten gefunden wurden, d.h. diese wurden bei der vorhergehenden dreijährigen Untersuchung nicht nachgewiesen. Zusammen mit weiteren gelegentlichen Beobachtungen und beispielsweise Auswertungen der Beifänge von Borkenkäfer-Pheromonfallen-Untersuchungen sind somit insgesamt aktuell 450 xylobionte Käferarten aus der Sächsischen Schweiz bekannt, was bezogen auf diese Käfergruppe etwa die Hälfte der Fauna Sachsens entspricht. Im Rahmen des aktuellen Projekts soll die faunistische Inventarisierung der Käferfauna der Sächsischen Schweiz fortgesetzt werden, wobei mit der Hinzuziehung einer Waldbrandfläche auf der jedes Jahr erfasst werden soll, ein ganz besonderer Lebensraum in den Fokus rückt. Die Ergebnisse von 2023 und 2024 wurden im 36. bzw. 37. Beitrag dieses Blogs vorgestellt. Im Jahr 2025 wurde die Grundinventarisierung der Käferfauna der Sächsischen Schweiz also fortgesetzt. Die Waldbrandfläche an den Richterschlüchten ist das dritte Jahr in Folge beprobt worden. Außerdem fanden auf drei weiteren relativ naturnahen Waldflächen in der Kernzone des Nationalparks Untersuchungen statt: einerseits in einem edellaubholzreichen Bestand auf der Kuppe des Großen Winterbergs und andererseits in einem der ältesten Buchenbestände am unteren Westhang des Großen Winterbergs. Außerdem wurde in einem naturnahen Kiefern-Riffwald in der Kernzone des vorderen Teils des Nationalpark Sächsische Schweiz Erfassungen durchgeführt. Bei einer Öffentlichkeitsveranstaltung im Sommer 2024 im Großen Zschand, bei der die Forschungsaktivitäten und überdurchschnittlich guten Ergebnisse der Käferinventarisierungen in der Kernzone Pressevertretern vorgestellt wurden, kam es zu einem fachlichen Austausch, bei dem im Rahmen eines Interviews ein Mitarbeiter vom Staatsbetrieb Sachsenforst die Ansicht mitteilte, dass die Artenzahl xylobionter Käfer in den forstlich bewirtschafteten Wäldern der Pflegezone vergleichbar hoch sei wie in der Kernzone. Um diese Behauptung mit wissenschaftlichen Methoden zu überprüfen, wurden 2025 zusätzlich vier Forstflächen in eben dieser Pflegezone des Nationalparks untersucht: jeweils ein Fichten-, Kiefern-, Buchen- und Roteichen-Bestand.

2. Erfassungsmethoden

Es wurden acht Flächen von jeweils ca. 2 ha untersucht (Abb. 38_01): 1. Laubmischwald auf Großem Winterberg (50°53'48.0"N 14°15'35.1"E) (Esche) 2. Buchen-Altholz am Winterberg-Westhang (N50.897860, E14.249194) (Buche) 3. Kiefern-Riffwald oberhalb Polenztal (50°57'46.8"N 14°07'02.7"E) (Kiefer) 4. Waldbrandfläche westlich Richterschlüchte (50°53'48.4"N 14°16'24.3"E) (Buche) 5. Fichtenforst östlich Lohmen (50°59'07.0"N 14°02'49.6"E) (Fichte) 6. Kiefernforst östlich Lohmen (50°58'47.1"N 14°02'40.8"E) (Kiefer) 7. Buchenforst östlich Hohnstein (50°58'06.7"N 14°07'20.8"E) (Buche) 8. Roteichenforst nördlich Waitzdorf (50°57'26.5"N 14°08'51.9"E) (Roteiche) Zusätzlich wurde eine alte Weißtanne (T) im Tiefen Grund bei Porschdorf mit einem Lufteklektor in ca. 20 m Höhe beprobt (50°57'07.0"N 14°07'59.1"E) (Abb. 38_01). Je ein Luftelektor (Fensterkreuzfalle) kam von Mai bis Oktober auf jeder der Flächen zum Einsatz (siehe Beispiele in Abb. 38_02 und 38_03). Die Koordinaten beziehen sich auf den Standort der Bäume, in denen die Lufteklektoren hingen. Die Lufteklektoren wurden in 10-20 m Höhe an einer für die jeweilige Fläche typischen Baumart installiert. Sofern vorhanden, wurden Bäume ausgewählt, die über Totholz bzw. morsche, hohle Stamm- und/oder Starkastpartien verfügen. Die Lufteklektoren sind in der Regel alle vier Wochen geleert worden. Alle weiteren Erfassungsmethoden erfolgten im Umkreis von etwa 100 bis 200 Metern um die Lufteklektoren. Zusätzlich wurden auf Fläche Nr. 1 drei Baumhöhlen-Eklektoren in hohle Buchen gestellt (Abb. 38_04) und drei Bodenfallen im hohle Stammfüße vergraben (50°53'35.0"N 14°15'23.9"E). Von Mai bis August sind für je 14 Tage mit jeweils drei Gelbschalen auf den acht Haupt-Untersuchungsflächen (Abb. 38_05) die blütenaffinen Insekten angelockt worden. Bei den Gelbschalen handelt es sich um Kunststoffschalen, die im Pflanzenschutz zur Schaderregerüberwachung zum Einsatz kommen. Außerdem fanden alle 14 Tage Handfänge (Kescher, Klopfschirm, Klopfschale, Streifsack, Beobachtung, Blütenabsuche usw.) statt, sowie je Untersuchungsfläche ein Lichtfang, wobei vier verschiedene Lichtfanganlagen installiert wurden: 1. Lichtfang mit weißem Laken und 2x 160 W Mischlicht + 2. Leuchtturm mit 160W Mischlicht und 2x 14W UV-LEDs + 3. Lufteklektor mit EntoLED 4. Ableuchten von Totholz und Vegetation sowie entlang von Wegen in der unmittelbaren Umgebung mit Stirn- und Taschenlampe (Abb. 38_06).

Abb38_01_Uebersicht_UF_2025_mitNummern.JPG

Abb. 38_01: Lage der Untersuchungsflächen (Nr. 1 bis 8) sowie des zusätzlich an einer Weißtanne gehängten Lufteklektors (T).

Abb38_02_Beispiel_Lufteklektor_Fichtenforst.jpg

Abb. 38_02: Beispiel Lufteklektor auf Untersuchungsfläche Nr. 5: Fichtenforst bei Lohmen.

Abb38_03_Beispiel_Lufteklektor_Waldbrandflaeche.jpg

Abb. 38_03: Beispiel Lufteklektor auf Untersuchungsfläche Nr. 4: Waldbrandfläche westl. Richerschlüchte

Abb38_04_Baumhoehleneklektor_IMG_4309.JPG

Abb. 38_04: Beispiel Baumhöhlen-Eklektor auf Untersuchungsfläche Nr. 1: Altholz auf dem Großen Winterberg

Abb38_05_Gelbschale_Ronny_IMG_4741.JPG

Abb. 38_05: Beispiel Gelbschale auf Untersuchungsfläche Nr. 3: Waldbrandfläche westlich Richterschlüchte

Abb38_06_Lichtfangmethoden.JPG

Abb. 38_06: Beispiel für die Lichtfangmethoden: oben Lufteklektor mit Ento- LED; unten links: Leuchtturm mit Mischlichtlampe und zwei 14 W-UV-LEDs; unten rechts: Tuch mit 2 160 W-Mischlichtlampen (Foto: R. Gutzeit)

Alle Arten, die zweifelsfrei im Gelände identifiziert werden konnten, wurden notiert und wieder freigelassen. Das Fangmaterial aus den Fallen wurde im Labor mit Hilfe einer Lupenlampe und eines Stereomikroskops ausgelesen, wobei alle Käfer separiert und in 70%igem Alkohol konserviert und später bestimmt wurden. Zusätzlich sind alles Wildbienen und Grabwespen, Raubfliegen sowie Wanzen und Zikaden, die zufällig in die Fallen geraten sind, extra ausgelesen und ebenfalls in 70%igem Alkohol konserviert worden, um sie Spezialisten zur Verfügung zu stellen.

3. Ergebnisse

Insgesamt wurden 791 Käferarten erfasst, wobei ca. 8.000 Käfer bis zur Art bestimmt worden sind. Bei wenigen Käfern gibt es noch Unklarheit bei der Bestimmung. Sie müssen zur Bestätigung weiteren Spezialisten vorgelegt werden. Der ökologischen Gruppe der xylobionten Käfer i.w.S. können 460 Arten und damit über die Hälfte der insgesamt erfassten Käferarten zugeordnet werden. Im Vergleich zur bisherigen Artenliste nach den Untersuchungen von Lorenz 2005 bis 2007, 2017/2018 und 2023/2024 sowie sonstigen eigenen Käfernachweisen konnten dennoch wieder mehrere Neufunde verzeichnet werden, d.h. von diesen Arten gab es bisher noch keine Fundmeldungen aus dem Nationalpark Sächsische Schweiz. Die im folgenden abgebildeten Fundmeldungskarten stammen aus dem ehrenamtlich betriebenen Portal „www.coleoweb.de“. Für das Mitteilen und Aktualisieren von Funddaten gibt es für jedes Bundesland einen Verantwortlichen. Dieser ist auf die Übermittlung von Funddaten der aktiven Entomologen angewiesen. Da dies nicht immer sofort erfolgt, sind auch die Fundpunktkarten nicht immer auf dem aktuellen Stand. Sie spiegeln aber dennoch recht gut die Verbreitungssituation wider. Die Diskrepanz bezüglich Aktualisierungen ist aus den folgenden Abbildungen manchmal ersichtlich, wenn beispielsweise noch keine blauen Quadrate zu sehen sind, wir aber die Neu- bzw. Wiederfunden für die sächsische Käferfauna vorstellen. Nach Abschluss dieser Arbeit werden dem für Sachsen zuständigen Bearbeiter die Statusänderungen mitgeteilt. Faunistisch besonders bemerkenswert ist beispielsweise der Pilzkäfer Dacne pontica (Abb. 38_07), der erstmals in Deutschland nachgewiesen werden konnte. Bisher waren nur Fundmeldungen aus dem südöstlichen Europa (z.B. aus Österreich, Ungarn, Rumänien, Ukraine) und dem Iran bekannt. Ein Exemplar dieser Art wurde am relativ seltenen Baumpilz Wolliger Scheidling (Volvariella bombycina) (Abb. 38-08) im Buchen-Altholz am Westhang des Großen Winterbergs (Fläche Nr. 2) gefunden.

Dacne pontica (Bedel 1868)

Abb38_07_Dacne_pontica_coleoweb.JPG

Abb. 38_07: Fundmeldungen von der Pilzkäferart Dacne pontica in Mittel- und Osteuropa (Stand: Dezember 2025 www.coleoweb.de). Ende August 2025 gelang auf der Fläche Nr. 2 ein Erstnachweis für die Käferfauna Deutschlands.

Abb38_08_Wolliger_Scheidling_IMG_5863.JPG

Abb. 38_08: Der Wollige Scheidling (Volvariella bombycina) wächst aus einem Stammriss einer Rotbuche auf der Untersuchungsfläche 2 (Buchen- Altholz am Westhang des Großen Winterbergs). Zwei Wochen später war der Fruchtkörper des Pilzes weitestgehend abgetrocknet und darin konnte ein Exemplar der Pilzkäferart Dacne pontica gefunden werden.

Eine weitere faunistisch äußerst bemerkenswerte Art, die erstmals in Sachsen nachgewiesen werden konnten und bisher erst dreimal in Deutschland, ist der Bockkäfer Leioderes kollari (Abb. 38_09).

Leioderes kollari L. Redtenbacher 1849

Abb38_09_Leioderes_kollari_coleoweb.jpg

Abb. 38_09: Bisherige Fundmeldungen von Leioderes kollari aus Deutschland (www.coleoweb.de; November 2025).

3.1 Untersuchungsfläche Nr. 1: Laubmischwald auf dem Großen Winterberg

Es wurden 282 Käferarten nachgewiesen, darunter 195 xylobionte Arten. Davon können fast 70 Arten als naturschutzfachlich und/oder faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden, weil sie entweder laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind oder auf einer Roten Liste stehen und damit unterschiedlich stark gefährdet sind oder wegen Seltenheit bzw. regionalem oder lokalen Verbreitungsschwerpunkt sowie wegen ihrer bioindikatorischen Relevanz von Bedeutung sind (Abb. 38-10).

Abb38_10_Tab1.jpg

Abb. 38_10: Faunistisch bemerkenswerte xylobionte Arten, die auf der Fläche Nr. 1 nachgewiesen wurden. RLD.: Rote Listen von Deutschland Käfer (2016-2022) (Rote-Liste-Zentrum) Gefährdungskategorien: 0 = Ausgestorben/ Ausgerottet/ Verschollen; 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet; V = Vorwarnliste; R = extrem selten; G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes; D = Daten defizitär; . = derzeit keine Gefährdung erkennbar; RLSn: Rote Listen von Sachsen (Gebert 2009: Laufkäfer; Klausnitzer & Stegner 2018: Bockkäfer und Klausnitzer & Liebscher 2023: Blatthornkäfer und Hirschkäfer): wie oben; nb = nicht bearbeitet; iB = derzeit in Bearbeitung); BAV: Bundesartenschutzverordnung; § = gesetzlich besonders geschützt; §* = prioritäre Art Anhang II / IV der FFH-Richtlinie der EU ÖG = Ökologische Gilde (nach Schmidl & Bussler 2003) = Substratgilden: F = Frischholzbesiedler, A = Altholzbesieder, P = Besiedler an Pilzen, die auf Holz wachsen; H = Baumhöhlenbesiedler; xS = Arten mit xylobionten Sonderbiologien (z.B. Baumsaftfresser, Kommensalen in Nestern anderer Holzinsekten); fX = fakultative Xylobionte (Arten die Holzstrukturen, aber auch an anderen Substraten vorkommen, z.B. Bodenpilze); IA = Indikatorarten bzw. waldökologisch besonders relevante Arten (v.a. unter Berücksichtigung historischer Aspekte wie Faunentradition, die auf Bestandskontinuität fußt) (nach Schmidl & Bussler 2003); URA: Urwaldreliktarten nach MÜLLER et al. (2005) (vor dem Schrägstrich) und nach ECKELT et al. (2017) (hinter dem Schrägstrich); BA = Baumart: Bi = Birke; Bu = Buche, Ei = Eiche, Erl = Erle; Es = Esche; Fi = Fichte, Hbu = Hainbuche; Lä = Lärche, LH = Laubholz, Li = Linde, L/N = keine Bevorzugung, NH = Nadelholz, Ki = Kiefer, Pa = Pappel; Ul = Ulme; Zit = Zitterpappel; Ex= Exposition der Totholzstruktur: s = an Stehend-Totholz; l = an Liegend- Totholz; s/l = keine Bevorzugung der Exposition;

Auf dieser Fläche besonders hervorzuheben ist neben dem bereits oben erwähnten Bockkäfer Leioderes kollari - Erstnachweis für die Käferfauna Sachsens - der Fund des Scharlachkäfers Cucujus cinnaberinus (Abb. 38_11), bei dem es sich um den fünften Fundort dieser FFH-Art in Sachsen handelt. Unter der Rinde von umgestürzten Berg-Ahorn- und Eschen-Stämmen konnten sowohl Käfer als auch Larven und Puppen beobachtet werden, sodass dies als eindeutiger Reproduktionsnachweis hervorgehoben werden kann. Die Art wurde erstmals 2022 in Sachsen nachgewiesen, namentlich im Januar und April an zwei unterschiedlichen Fundorten in Dresden und im März 2022 bei Zittau sowie durch R. Gutzeit im Dezember 2023 in der Königsbrücker Heide (Bittrich 2024). Aus dem Jahr 2025 gibt es auch eine Fundmeldung aus dem Osterzgebirge (Bielatal in der Nähe vom NSG „Weicholdswald“) (in litt. Dr. K. Drilling).

Cucujus cinnaberinus (Scopoli, 1763)

Abb38_11_Cucujus_cinnabarinus.JPG

Abb. 38_11: Der Scharlachkäfer (Cucujus cinnaberinus) gilt als FFH-Art und wurde erstmals im Nationalpark Sächsische Schweiz gefunden. Es ist zugleich die erste FFH-Käferart im NP.

Außerdem sind die Nachweise von elf Urwaldreliktarten (nach Müller et al. 2005 und Eckelt et al. 2017) von großer faunistischer und naturschutzfachlicher Bedeutung. Beispielsweise wurden der Stutzkäfer Abraeus parvulus, die Kurzflüglerkäferarten Hesperus rufipennis, Astrapaeus ulmi und Quedius trunicola sowie der Schnellkäfer Crepidophorus mutilatus erstmals im Nationalpark Sächsische Schweiz gefunden (siehe Abb. 38_12 bis 38_16). Alle diese Arten sind an sehr alte Laubbäume mit Mulmhöhlen gebunden, ebenso wie beispielsweise die Pflanzenkäferart Allecula rhenana oder die beiden Edelscharrkäferarten Gnorimus nobilis und Gnorimus variabilis (Abb. 38_17 bis Abb. 38_19).

Abraeus parvulus Aube 1842

Abb38_12_Abraeus_parvulus_FundmeldungenDt.JPG

Abb. 38_12: Bisherige Fundmeldungen vom Stutzkäfer Abraeus parvulus in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Hesperus rufipennis (Gravenhorst, 1802)

Abb38_13_Hesperus_rufipennis_FundmeldungenDt.JPG

Abb. 38_13: Bisherige Fundmeldungen vom Kurzflügler Hesperus rufipennis in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Astrapaeus ulmi (P. Rossi, 1790)

Abb38_14_Astrapaeus_ulmi_FundmeldungenDt.JPG

Abb. 38_14: Bisherige Fundmeldungen vom Kurzflügler Astrapaeus ulmi in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Quedius truncicola Fairemaire & Laboulbene, 1856

Abb38_15_Quedius_truncicola_FundmeldungenDt.JPG

Abb. 38_15: Bisherige Fundmeldungen vom Kurzflügler Quedius truncicola in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Crepidophorus mutilatus (Rosenhauer, 1847)

Abb38_16_Crepicophorus_mutilatus_FundmeldungenDt.JPG

Abb. 38_16: Bisherige Fundmeldungen vom Kurzflügler Crepidophorus mutilatus in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Allecula rhenana Bach, 1856

Abb38_17_Allecula_rhenana_FundmeldungenDt.JPG

Abb. 38_17: Bisherige Fundmeldungen vom Kurzflügler Allecula rhenana in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Gnorimus nobilis (Linnaeus, 1758)

Abb38_18_Gnorimus_nobilis_coleoweb.JPG

Abb. 38_18: Bisherige Fundmeldungen vom Kurzflügler Gnorimus nobilis in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Gnorimus variabilis (Linnaeus, 1758)

Abb38_19_Gnorimus_variabilis.JPG

Abb. 38_19: Bisherige Fundmeldungen vom Kurzflügler Gnorimus variabilis in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

3.2 Untersuchungsfläche Nr. 2: Buchen-Altholzbestand am Winterberg- Westhang

Es wurden 249 Käferarten nachgewiesen, darunter 186 xylobionte Arten. Davon können etwa 60 Arten als naturschutzfachlich und/oder faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden, weil sie entweder laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind oder auf einer Roten Liste stehen und damit unterschiedlich stark gefährdet sind oder wegen Seltenheit bzw. regionalem oder lokalen Verbreitungsschwerpunkt sowie wegen ihrer bioindikatorischen Relevanz von Bedeutung sind (Abb. 38_20).

Abb38_20_Tab2.jpg

Abb. 38_20: Faunistisch bemerkenswerte xylobionte Arten, die auf der Buchenaltholzfläche nachgewiesen wurden. RLD.: Rote Listen von Deutschland Käfer (2016-2022) (Rote-Liste-Zentrum) Gefährdungskategorien: 0 = Ausgestorben/ Ausgerottet/ Verschollen; 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet; V = Vorwarnliste; R = extrem selten; G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes; D = Daten defizitär; . = derzeit keine Gefährdung erkennbar; RLSn: Rote Listen von Sachsen (Gebert 2009: Laufkäfer; Klausnitzer & Stegner 2018: Bockkäfer und Klausnitzer & Liebscher 2023: Blatthornkäfer und Hirschkäfer): wie oben; nb = nicht bearbeitet; iB = derzeit in Bearbeitung); BAV: Bundesartenschutzverordnung; § = gesetzlich besonders geschützt; §* = prioritäre Art Anhang II / IV der FFH-Richtlinie der EU ÖG = Ökologische Gilde (nach Schmidl & Bussler 2003) = Substratgilden: F = Frischholzbesiedler, A = Altholzbesieder, P = Besiedler an Pilzen, die auf Holz wachsen; H = Baumhöhlenbesiedler; xS = Arten mit xylobionten Sonderbiologien (z.B. Baumsaftfresser, Kommensalen in Nestern anderer Holzinsekten); fX = fakultative Xylobionte (Arten die Holzstrukturen, aber auch an anderen Substraten vorkommen, z.B. Bodenpilze); IA = Indikatorarten bzw. waldökologisch besonders relevante Arten (v.a. unter Berücksichtigung historischer Aspekte wie Faunentradition, die auf Bestandskontinuität fußt) (nach Schmidl & Bussler 2003); URA: Urwaldreliktarten nach MÜLLER et al. (2005) (vor dem Schrägstrich) und nach ECKELT et al. (2017) (hinter dem Schrägstrich); BA = Baumart: Bi = Birke; Bu = Buche, Ei = Eiche, Erl = Erle; Es = Esche; Fi = Fichte, Hbu = Hainbuche; Lä = Lärche, LH = Laubholz, Li = Linde, L/N = keine Bevorzugung, NH = Nadelholz, Ki = Kiefer, Pa = Pappel; Ul = Ulme; Zit = Zitterpappel; Ex= Exposition der Totholzstruktur: s = an Stehend-Totholz; l = an Liegend- Totholz; s/l = keine Bevorzugung der Exposition;

Als größte faunistische Besonderheit kann der bereits oben in Abb. 38_07 gezeigte Pilzkäfer Dacne pontica genannt werden – ein Erstnachweis für Deutschland. Weiterhin konnte auf dieser Fläche beispielsweise ein Vorkommen der Rehschröterart Platycerus capreae (Abb. 38_21) gefunden werden, der sich im verpilzten Buchenholz entwickelt. Zudem sind die Nachweise vom Kleinkopf- Flachkäfer Thymalus limbatus (Abb. 38_22), der vor allem auf alten Buchenstümpfen mit verpilztem Holz lebt und vom Rindenkäfer Synchita separanda (Abb. 38_23), die unter der Rinde alter Buchen gefunden wird, faunistisch interessant sowie vom Scheinrüssler Sphaeriestes stockmanni (Abb. 38_24), der laut Literatur an brandgeschädigten Buchen vorkommen soll und seit Jahrzehnten erstmals wieder in Sachsen gefunden wurde. Unweit der Untersuchungsfläche gibt es mehrere Buchen mit Brandschäden. Es konnten sieben Urwaldreliktarten nachgewiesen werden, u.a. der laut Bundesartenschutzverordnung als „streng geschützt“ eingestufte Veränderliche Edelscharrkäfer Gnorimus variabilis.

Platycerus caprea (DeGeer, 1774)

Abb38_21_Platycerus_caprea.JPG

Abb. 38_21: Bisherige Fundmeldungen vom Rehschröter Platycerus caprae in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Thymalus limbatus (Fabricius, 17878)

Abb38_22_Thymalus_limbatus.JPG

Abb. 38_22: Bisherige Fundmeldungen vom Flachkäfer Thymalus limbatus in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Synchita separanda (Reitter, 1882)

Abb38_23_Synchita_separanda_coleoweb.JPG

Abb. 38_23: Bisherige Fundmeldungen vom Rindenkäfer Synchita separanda in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Sphaeriestes stockmanni (Biström, 1977)

Abb38_24_Sphaeriestes_stockmanni_coleoweb.JPG

Abb. 38_24: Bisherige Fundmeldungen vom Rindenkäfer Sphaeriestes stockmanni in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

3.3 Untersuchungsfläche Nr. 3: Kiefern-Riffwald oberhalb Polenztal

Es wurden 261 Käferarten nachgewiesen, darunter 174 xylobionte Arten. Davon können etwa 59 Arten als naturschutzfachlich und/oder faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden, weil sie entweder laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind oder auf einer Roten Liste stehen und damit unterschiedlich stark gefährdet sind oder wegen Seltenheit bzw. regionalem oder lokalen Verbreitungsschwerpunkt sowie wegen ihrer bioindikatorischen Relevanz von Bedeutung sind (Abb. 38_25).

Abb38_25_Tab3.jpg

Abb. 38_25: Faunistisch bemerkenswerte xylobionte Arten, die in/um den Kiefernriffwald nachgewiesen wurden. RLD.: Rote Listen von Deutschland Käfer (2016-2022) (Rote-Liste-Zentrum) Gefährdungskategorien: 0 = Ausgestorben/ Ausgerottet/ Verschollen; 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet; V = Vorwarnliste; R = extrem selten; G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes; D = Daten defizitär; . = derzeit keine Gefährdung erkennbar; RLSn: Rote Listen von Sachsen (Gebert 2009: Laufkäfer; Klausnitzer & Stegner 2018: Bockkäfer und Klausnitzer & Liebscher 2023: Blatthornkäfer und Hirschkäfer): wie oben; nb = nicht bearbeitet; iB = derzeit in Bearbeitung); BAV: Bundesartenschutzverordnung; § = gesetzlich besonders geschützt; §* = prioritäre Art Anhang II / IV der FFH-Richtlinie der EU ÖG = Ökologische Gilde (nach Schmidl & Bussler 2003) = Substratgilden: F = Frischholzbesiedler, A = Altholzbesieder, P = Besiedler an Pilzen, die auf Holz wachsen; H = Baumhöhlenbesiedler; xS = Arten mit xylobionten Sonderbiologien (z.B. Baumsaftfresser, Kommensalen in Nestern anderer Holzinsekten); fX = fakultative Xylobionte (Arten die Holzstrukturen, aber auch an anderen Substraten vorkommen, z.B. Bodenpilze); IA = Indikatorarten bzw. waldökologisch besonders relevante Arten (v.a. unter Berücksichtigung historischer Aspekte wie Faunentradition, die auf Bestandskontinuität fußt) (nach Schmidl & Bussler 2003); URA: Urwaldreliktarten nach MÜLLER et al. (2005) (vor dem Schrägstrich) und nach ECKELT et al. (2017) (hinter dem Schrägstrich); BA = Baumart: Bi = Birke; Bu = Buche, Ei = Eiche, Erl = Erle; Es = Esche; Fi = Fichte, Hbu = Hainbuche; Lä = Lärche, LH = Laubholz, Li = Linde, L/N = keine Bevorzugung, NH = Nadelholz, Ki = Kiefer, Pa = Pappel; Ul = Ulme; Zit = Zitterpappel; Ex= Exposition der Totholzstruktur: s = an Stehend-Totholz; l = an Liegend- Totholz; s/l = keine Bevorzugung der Exposition;

Auf dieser Fläche wurde ein zahlenmäßig großes (höchstwahrscheinlich das sachsen- und deutschlandweit größte) Vorkommen des Schaufelkäfers Prostomis mandibularis (Abb. 38_26) gefunden. Im feuchten, verpilzten Holz von umgestürzten Fichtenstämmen konnten hunderte Exemplare beobachtet werden. Bemerkenswert ist u.a. auch das Vorkommen des Kielkäfers Grynocharis oblonga (Abb. 38_27), der als Urwaldreliktart gilt und an alten, verpilzten Stümpfen gefunden werden kann, v.a. an Birkenstubben. Insgesamt sind auf dieser Fläche fünf Urwaldreliktarten gefunden worden. Erwähnt werden sollen auch zwei seltene Bockkäferarten: der Gelbrandige Kugelhalsbock (Acmaeops marginatus) (Abb. 38_28) und der Dunkelbeinige Büschelfleckbock (Pogonocherus ovatus) (Abb. 38_29). Die zuletzt genannte Art gilt laut Roter Liste Sachsen als „Ausgestorben“. Demnach ist es ein Wiederfund in Sachsen seit vielen Jahrzehnten.

Prostomis mandibulare (Fabricius, 1801)

Abb38_26_Prostomis_mandibularis.JPG

Abb. 38_26: Fundmeldungen vom Schaufelkäfer (Prostomis mandibularis) in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Grynocharis oblonga (Linnaeus, 1758)

Abb38_27_Grynocharis_oblonga.JPG

Abb. 38-27: Fundmeldungen vom Kielkäfer Grynocharis oblonga in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Acmaeops marginatus (Fabricius, 1781)

Abb38_28_Acmaeops_marginatus_coleoweb.JPG

Abb. 38_28: Fundmeldungen vom Bockkäfer Acmaeops marginatus in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Pogonocherus ovatus (Goeze, 1777)

Abb38_29_Pogonocheruns_ovatus_coleoweb.JPG

Abb. 38_29: Fundmeldungen vom Bockkäfer Pogonocherus ovatus in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

3.4 Untersuchungsfläche Nr. 4: Waldbrandfläche westlich Richterschlüchte

Es wurden 231 Käferarten nachgewiesen, darunter 135 xylobionte Arten. Davon können etwa 47 Arten als naturschutzfachlich und/oder faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden, weil sie entweder laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind oder auf einer Roten Liste stehen und damit unterschiedlich stark gefährdet sind oder wegen Seltenheit bzw. regionalem oder lokalen Verbreitungsschwerpunkt sowie wegen ihrer bioindikatorischen Relevanz von Bedeutung sind (Abb. 38_30).

Abb38_30_Tab4.jpg

Abb. 38_30: Faunistisch bemerkenswerte xylobionte Arten, die auf der Waldbrandfläche nachgewiesen wurden. RLD.: Rote Listen von Deutschland Käfer (2016-2022) (Rote-Liste-Zentrum) Gefährdungskategorien: 0 = Ausgestorben/ Ausgerottet/ Verschollen; 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet; V = Vorwarnliste; R = extrem selten; G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes; D = Daten defizitär; . = derzeit keine Gefährdung erkennbar; RLSn: Rote Listen von Sachsen (Gebert 2009: Laufkäfer; Klausnitzer & Stegner 2018: Bockkäfer und Klausnitzer & Liebscher 2023: Blatthornkäfer und Hirschkäfer): wie oben; nb = nicht bearbeitet; iB = derzeit in Bearbeitung); BAV: Bundesartenschutzverordnung; § = gesetzlich besonders geschützt; §* = prioritäre Art Anhang II / IV der FFH-Richtlinie der EU ÖG = Ökologische Gilde (nach Schmidl & Bussler 2003) = Substratgilden: F = Frischholzbesiedler, A = Altholzbesieder, P = Besiedler an Pilzen, die auf Holz wachsen; H = Baumhöhlenbesiedler; xS = Arten mit xylobionten Sonderbiologien (z.B. Baumsaftfresser, Kommensalen in Nestern anderer Holzinsekten); fX = fakultative Xylobionte (Arten die Holzstrukturen, aber auch an anderen Substraten vorkommen, z.B. Bodenpilze); IA = Indikatorarten bzw. waldökologisch besonders relevante Arten (v.a. unter Berücksichtigung historischer Aspekte wie Faunentradition, die auf Bestandskontinuität fußt) (nach Schmidl & Bussler 2003); URA: Urwaldreliktarten nach MÜLLER et al. (2005) (vor dem Schrägstrich) und nach ECKELT et al. (2017) (hinter dem Schrägstrich); BA = Baumart: Bi = Birke; Bu = Buche, Ei = Eiche, Erl = Erle; Es = Esche; Fi = Fichte, Hbu = Hainbuche; Lä = Lärche, LH = Laubholz, Li = Linde, L/N = keine Bevorzugung, NH = Nadelholz, Ki = Kiefer, Pa = Pappel; Ul = Ulme; Zit = Zitterpappel; Ex= Exposition der Totholzstruktur: s = an Stehend-Totholz; l = an Liegend- Totholz; s/l = keine Bevorzugung der Exposition;

Der bereits 2023 als Wiederfund für Sachsen nach 100 Jahren nachgewiesene Prachtkäfer Buprestis haemorrhoidalis konnte auch 2025 beobachtet werden. An vielen durch den Brand von 2022 geschädigten und 2023 abgestorbenen Lärchen und Fichten waren auf der Rinde die querovalen Ausschlupflöcher sichtbar und unter der Rinde kamen vereinzelt tote Käfer zum Vorschein, die es nicht geschafft haben, sich „herauszufressen“ und dort verendet sind. Beim Lichtfang wurden u.a. der Lärchen-Scheckenrüssler (Hylobius excavatus) sowie der Blaue Haar-Schnellläufer (Ophonus azureus) entdeckt und in eine Gelbschale flog der ziemlich seltene Glanzkäfer Fabogethes brachialis, der an Bunter Kronenwicke (Coronilla varia) gebunden ist. Außerdem wurde der seltene Große Wespenbock (Necydalis major) gefunden (siehe Abb. 38_31 bis 38_35).

Buprestis haemorrhoidalis Herbst, 1780)

Abb38_31_Buprestis_haemorrhoidalis_coleoweb.JPG

Abb. 38_31: Fundmeldungen vom Erzfarbenen Nadelholz-Prachtkäfer (Buprestis haemorrhoidalis) in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Hylobius excavatus (Laicharting, 1781)

Abb38_32_Hylobius_excavatus.JPG

Abb. 38_32: Fundmeldungen Lärchen-Scheckenrüssler (Hylobius excavatus) in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Ophonus azureus (Fabricius, 1775)

Abb38_33_Ophonus_azureus.JPG

Abb. 38_33: Fundmeldungen vom Blauen Schnellläufer (Ophonus azureus) in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Fabogethes brachialis (Erichson, 1745)

Abb38_34_Fabogethes_brachialis_coleoweb.JPG

Abb. 38_34: Fundmeldungen vom Glanzkäfer Fabogethes brachialis in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Necydalis major Linnaeus, 1758

Abb38_35_Necydalis_major.JPG

Abb. 38_35: Fundmeldungen vom Wespenbock Necydalis major in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

3.5 Untersuchungsfläche Nr. 5: Fichten-Forst östlich Lohmen

Es wurden 147 Käferarten nachgewiesen, darunter 84 xylobionte Arten. Davon können etwa 18 Arten als naturschutzfachlich und/oder faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden, weil sie entweder laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind oder auf einer Roten Liste stehen und damit unterschiedlich stark gefährdet sind oder wegen Seltenheit bzw. regionalem oder lokalen Verbreitungsschwerpunkt sowie wegen ihrer bioindikatorischen Relevanz von Bedeutung sind (Abb. 38_36).

Abb38_36_Tab5.jpg

Abb. 38_36: Faunistisch bemerkenswerte xylobionte Arten, die im Fichtenforst nachgewiesen wurden. RLD.: Rote Listen von Deutschland Käfer (2016-2022) (Rote-Liste-Zentrum) Gefährdungskategorien: 0 = Ausgestorben/ Ausgerottet/ Verschollen; 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet; V = Vorwarnliste; R = extrem selten; G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes; D = Daten defizitär; . = derzeit keine Gefährdung erkennbar; RLSn: Rote Listen von Sachsen (Gebert 2009: Laufkäfer; Klausnitzer & Stegner 2018: Bockkäfer und Klausnitzer & Liebscher 2023: Blatthornkäfer und Hirschkäfer): wie oben; nb = nicht bearbeitet; iB = derzeit in Bearbeitung); BAV: Bundesartenschutzverordnung; § = gesetzlich besonders geschützt; §* = prioritäre Art Anhang II / IV der FFH-Richtlinie der EU ÖG = Ökologische Gilde (nach Schmidl & Bussler 2003) = Substratgilden: F = Frischholzbesiedler, A = Altholzbesieder, P = Besiedler an Pilzen, die auf Holz wachsen; H = Baumhöhlenbesiedler; xS = Arten mit xylobionten Sonderbiologien (z.B. Baumsaftfresser, Kommensalen in Nestern anderer Holzinsekten); fX = fakultative Xylobionte (Arten die Holzstrukturen, aber auch an anderen Substraten vorkommen, z.B. Bodenpilze); IA = Indikatorarten bzw. waldökologisch besonders relevante Arten (v.a. unter Berücksichtigung historischer Aspekte wie Faunentradition, die auf Bestandskontinuität fußt) (nach Schmidl & Bussler 2003); URA: Urwaldreliktarten nach MÜLLER et al. (2005) (vor dem Schrägstrich) und nach ECKELT et al. (2017) (hinter dem Schrägstrich); BA = Baumart: Bi = Birke; Bu = Buche, Ei = Eiche, Erl = Erle; Es = Esche; Fi = Fichte, Hbu = Hainbuche; Lä = Lärche, LH = Laubholz, Li = Linde, L/N = keine Bevorzugung, NH = Nadelholz, Ki = Kiefer, Pa = Pappel; Ul = Ulme; Zit = Zitterpappel; p.K. = polyphag auf Kräutern; Ex= Exposition der Totholzstruktur: s = an Stehend-Totholz; l = an Liegend- Totholz; s/l = keine Bevorzugung der Exposition;

Mit dem montan verbreiteten Schimmelkäfer Cryptophagus lapponicus (Abb. 38_37) und dem Weichkäfer Malthodes crassicornis (Abb. 38_38) konnten u.a. zwei ziemlich seltene Käferarten nachgewiesen werden, die allerdings nicht primär an Fichten gebunden sind, sondern eventuell eher zufällig gefunden wurden. Weil Käferarten aus solchen Gattungen wie Malthodes und Cryptophagus sehr schwer bestimmbar sind, werden sie kaum gesammelt, sodass wahrscheinlich eher Erfassungsdefizite für die niedrige Fundmeldungszahl verantwortlich zu sein scheinen. Von den 84 xylobionten Arten ist die Hälfte an Laubholz gebunden und dies können sich demzufolge nicht auf der Fichtenfläche entwickeln, sondern kommen aus der Umgebung. Nur zwei Arten sind eng an Fichte gebunden. Die Restlichen haben eine unspezifische Ökologie entweder allgemein an Nadelholz oder völlig euryök an Laub- und Nadelholz.

Cryptophagus lapponicus Gyllenhal, 1827

Abb38_37_Cryptophagus_lapponicus_coleoweb.JPG

Abb. 38_37: Fundmeldungen vom Schimmelkäfer Cryptophagus lapponicus in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Malthodes crassicornis (Mäklin, 1846)

Abb38_38_Malthodes_crassicornis_coleoweb.JPG

Abb. 38_38: Fundmeldungen vom Weichkäfer Malthodes crassicornis in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

3.6 Untersuchungsfläche Nr. 6: Kiefernforst

Es wurden 169 Käferarten nachgewiesen, darunter 107 xylobionte Arten. Davon können etwa 24 Arten als naturschutzfachlich und/oder faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden, weil sie entweder laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind oder auf einer Roten Liste stehen und damit unterschiedlich stark gefährdet sind oder wegen Seltenheit bzw. regionalem oder lokalen Verbreitungsschwerpunkt sowie wegen ihrer bioindikatorischen Relevanz von Bedeutung sind (Abb. 38_39).

Abb38_39_Tab6.jpg

Abb. 38_39: Faunistisch bemerkenswerte Käferarten, die im Kiefern-Forst nachgewiesen wurden. RLD.: Rote Listen von Deutschland Käfer (2016-2022) (Rote-Liste-Zentrum) Gefährdungskategorien: 0 = Ausgestorben/ Ausgerottet/ Verschollen; 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet; V = Vorwarnliste; R = extrem selten; G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes; D = Daten defizitär; . = derzeit keine Gefährdung erkennbar; RLSn: Rote Listen von Sachsen (Gebert 2009: Laufkäfer; Klausnitzer & Stegner 2018: Bockkäfer und Klausnitzer & Liebscher 2023: Blatthornkäfer und Hirschkäfer): wie oben; nb = nicht bearbeitet; iB = derzeit in Bearbeitung); BAV: Bundesartenschutzverordnung; § = gesetzlich besonders geschützt; §* = prioritäre Art Anhang II / IV der FFH-Richtlinie der EU ÖG = Ökologische Gilde (nach Schmidl & Bussler 2003) = Substratgilden: F = Frischholzbesiedler, A = Altholzbesieder, P = Besiedler an Pilzen, die auf Holz wachsen; H = Baumhöhlenbesiedler; xS = Arten mit xylobionten Sonderbiologien (z.B. Baumsaftfresser, Kommensalen in Nestern anderer Holzinsekten); fX = fakultative Xylobionte (Arten die Holzstrukturen, aber auch an anderen Substraten vorkommen, z.B. Bodenpilze); IA = Indikatorarten bzw. waldökologisch besonders relevante Arten (v.a. unter Berücksichtigung historischer Aspekte wie Faunentradition, die auf Bestandskontinuität fußt) (nach Schmidl & Bussler 2003); URA: Urwaldreliktarten nach MÜLLER et al. (2005) (vor dem Schrägstrich) und nach ECKELT et al. (2017) (hinter dem Schrägstrich); BA = Baumart: Bi = Birke; Bu = Buche, Ei = Eiche, Erl = Erle; Es = Esche; Fi = Fichte, Hbu = Hainbuche; Lä = Lärche, LH = Laubholz, Li = Linde, L/N = keine Bevorzugung, NH = Nadelholz, Ki = Kiefer, Pa = Pappel; Ul = Ulme; Zit = Zitterpappel; p.K. = polyphag auf Kräutern; Ex= Exposition der Totholzstruktur: s = an Stehend-Totholz; l = an Liegend- Totholz; s/l = keine Bevorzugung der Exposition;

Es sollen zwei relativ seltene Arten hervorgehoben werden, der Schnellkäfer Ampedus praeustus (Abb. 38_40), dessen Larven sich im morschen Kiefernholz entwickeln sowie der Moderkäfer Enicmus planipennis (Abb. 38_41), der offenbar in den Baumkronen von Kiefern lebt, weil er am Boden fast nie gefunden wird, aber mit Hilfe von Lufteklektoren regelmäßig nachgewiesen werden kann.

Ampedus praeustus (Fabricius, 1792)

Abb38_40_Ampedus_praeustus_coleoweb.JPG

Abb. 38_40: Fundmeldungen vom Schnellkäfer Ampedus praeustus in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Enicmus planipennis A. Strand, 1940

Abb38_41_Enicmus_planipennis_coleoweb.JPG

Abb. 38_41: Fundmeldungen vom Moderkäfer Enicmus planipennis in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

3.7 Untersuchungsfläche Nr. 7: Buchen-Forst

Es wurden 218 Käferarten nachgewiesen, darunter 156 xylobionte Arten. Davon können etwa 34 Arten als naturschutzfachlich und/oder faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden, weil sie entweder laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind oder auf einer Roten Liste stehen und damit unterschiedlich stark gefährdet sind oder wegen Seltenheit bzw. regionalem oder lokalen Verbreitungsschwerpunkt sowie wegen ihrer bioindikatorischen Relevanz von Bedeutung sind (Abb. 38_42).

Abb38_42_Tab7.jpg

Abb. 38_42: Faunistisch bemerkenswerte Käferarten, die im Buchen-Forst nachgewiesen wurden. RLD.: Rote Listen von Deutschland Käfer (2016-2022) (Rote-Liste-Zentrum) Gefährdungskategorien: 0 = Ausgestorben/ Ausgerottet/ Verschollen; 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet; V = Vorwarnliste; R = extrem selten; G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes; D = Daten defizitär; . = derzeit keine Gefährdung erkennbar; RLSn: Rote Listen von Sachsen (Gebert 2009: Laufkäfer; Klausnitzer & Stegner 2018: Bockkäfer und Klausnitzer & Liebscher 2023: Blatthornkäfer und Hirschkäfer): wie oben; nb = nicht bearbeitet; iB = derzeit in Bearbeitung); BAV: Bundesartenschutzverordnung; § = gesetzlich besonders geschützt; §* = prioritäre Art Anhang II / IV der FFH-Richtlinie der EU ÖG = Ökologische Gilde (nach Schmidl & Bussler 2003) = Substratgilden: F = Frischholzbesiedler, A = Altholzbesieder, P = Besiedler an Pilzen, die auf Holz wachsen; H = Baumhöhlenbesiedler; xS = Arten mit xylobionten Sonderbiologien (z.B. Baumsaftfresser, Kommensalen in Nestern anderer Holzinsekten); fX = fakultative Xylobionte (Arten die Holzstrukturen, aber auch an anderen Substraten vorkommen, z.B. Bodenpilze); IA = Indikatorarten bzw. waldökologisch besonders relevante Arten (v.a. unter Berücksichtigung historischer Aspekte wie Faunentradition, die auf Bestandskontinuität fußt) (nach Schmidl & Bussler 2003); URA: Urwaldreliktarten nach MÜLLER et al. (2005) (vor dem Schrägstrich) und nach ECKELT et al. (2017) (hinter dem Schrägstrich); BA = Baumart: Bi = Birke; Bu = Buche, Ei = Eiche, Erl = Erle; Es = Esche; Fi = Fichte, Hbu = Hainbuche; Lä = Lärche, LH = Laubholz, Li = Linde, L/N = keine Bevorzugung, NH = Nadelholz, Ki = Kiefer, Pa = Pappel; Ul = Ulme; Zit = Zitterpappel; p.K. = polyphag auf Kräutern; Ex= Exposition der Totholzstruktur: s = an Stehend-Totholz; l = an Liegend- Totholz; s/l = keine Bevorzugung der Exposition;

Als faunistisch bemerkenswerte bzw. relativ seltene Arten können beispielsweise der Kurzflügler Quedius lateralis (Abb. 38_43) und der Schwammkugelkäfer Liodopria serricornis (Abb. 38_44) genannt werden. Beide Arten leben recht unspezifisch in Laubmischwäldern mit gewissem Totholz-Anteil und verpilzten Strukturen. Außerdem soll der Rosthaarbock (Anisarthron barbipes) (Abb. 38_45) erwähnt werden, der sich an verschiedenen Laubbaumarten entwickelt, v.a. Berg- und Spitzahorn. Im Vergleich zu den reinen Fichten- und Kiefern-Monokulturen auf den Flächen Nr. 5 und Nr. 6 konnte kein richtiger Buchen-Reinbestand gefunden werden. Auf der ausgewählten Untersuchungsfläche dominieren zwar Buchen, dennoch sind auch vereinzelt andere Baumarten vorhanden bzw. es gibt einen relativ hohen Totholzanteil nicht nur von Buche, sondern auch von Fichte, Birke und Kiefer. Insofern kann davon ausgegangen werden, dass sich die hier nachgewiesenen, an Nadelholz gebunden Käferarten, beispielsweise Anthaxia morio und Ipidia binotata sowie die vier Bockkäferarten Arhopalus rusticus, Stictoleptura rubra, Anastrangalia dubia und Clytus lama auch auf der Untersuchungsfläche entwickeln könnten und nicht nur von angrenzenden Waldbeständen stammen.

Quedius lateralis (Gravenhorst, 1802)

Abb38_43_Liodopria_serricornis_coleoweb.JPG

Abb. 38_43: Fundmeldungen vom Kurzflüglerkäfer Quedius lateralis in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Liodopria serricornis (Gyllenhal, 1813)

Abb38_44_Quedius_lateralis_FundmeldungenDt.JPG

Abb. 38_44: Fundmeldungen vom Schwammkugelkäfer Liodopria serricornis in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Anisarthron barbipes (Schrank, 1781)

Abb38_45_Anisarthron_barbipes_FundmeldungenDt.JPG

Abb. 38_45: Fundmeldungen vom Rosthaarbock (Anisarthron barbipes) in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

3.8 Untersuchungsfläche Nr. 8: Roteichen-Forst

Es wurden 159 Käferarten nachgewiesen, darunter 69 xylobionte Arten. Davon können etwa 18 Arten als naturschutzfachlich und/oder faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden, weil sie entweder laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind oder auf einer Roten Liste stehen und damit unterschiedlich stark gefährdet sind oder wegen Seltenheit bzw. regionalem oder lokalen Verbreitungsschwerpunkt sowie wegen ihrer bioindikatorischen Relevanz von Bedeutung sind (Abb. 38_46)

Abb38_46_Tab8.jpg

Abb. 38_46: Faunistisch bemerkenswerte Käferarten, die im Buchen-Forst nachgewiesen wurden. RLD.: Rote Listen von Deutschland Käfer (2016-2022) (Rote-Liste-Zentrum) Gefährdungskategorien: 0 = Ausgestorben/ Ausgerottet/ Verschollen; 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet; V = Vorwarnliste; R = extrem selten; G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes; D = Daten defizitär; . = derzeit keine Gefährdung erkennbar; RLSn: Rote Listen von Sachsen (Gebert 2009: Laufkäfer; Klausnitzer & Stegner 2018: Bockkäfer und Klausnitzer & Liebscher 2023: Blatthornkäfer und Hirschkäfer): wie oben; nb = nicht bearbeitet; iB = derzeit in Bearbeitung); BAV: Bundesartenschutzverordnung; § = gesetzlich besonders geschützt; §* = prioritäre Art Anhang II / IV der FFH-Richtlinie der EU ÖG = Ökologische Gilde (nach Schmidl & Bussler 2003) = Substratgilden: F = Frischholzbesiedler, A = Altholzbesieder, P = Besiedler an Pilzen, die auf Holz wachsen; H = Baumhöhlenbesiedler; xS = Arten mit xylobionten Sonderbiologien (z.B. Baumsaftfresser, Kommensalen in Nestern anderer Holzinsekten); fX = fakultative Xylobionte (Arten die Holzstrukturen, aber auch an anderen Substraten vorkommen, z.B. Bodenpilze); IA = Indikatorarten bzw. waldökologisch besonders relevante Arten (v.a. unter Berücksichtigung historischer Aspekte wie Faunentradition, die auf Bestandskontinuität fußt) (nach Schmidl & Bussler 2003); URA: Urwaldreliktarten nach MÜLLER et al. (2005) (vor dem Schrägstrich) und nach ECKELT et al. (2017) (hinter dem Schrägstrich); BA = Baumart: Bi = Birke; Bu = Buche, Ei = Eiche, Erl = Erle; Es = Esche; Fi = Fichte, Hbu = Hainbuche; Lä = Lärche, LH = Laubholz, Li = Linde, L/N = keine Bevorzugung, NH = Nadelholz, Ki = Kiefer, Pa = Pappel; Ul = Ulme; Zit = Zitterpappel; p.K. = polyphag auf Kräutern; Ex= Exposition der Totholzstruktur: s = an Stehend-Totholz; l = an Liegend- Totholz; s/l = keine Bevorzugung der Exposition;

Es wurde keine Art gefunden, die an Roteiche gebunden ist. Von gewisser faunistischer Bedeutung ist vielleicht die Borkenkäferart Xyleborinus attenuatus, die aus Japan beschrieben worden ist und ursprünglich nur in Ostsibirien vorgekommen sein soll. Vor ein paar Jahren ist sie in Europa eingeschleppt worden und wird nun regelmäßiger nachgewiesen (Abb. 38_47). Eventuell entwickelt sie sich auch in Roteichen. Erwähnung finden soll auch der Zottige Gallenbohrer (Curculio villosus) (Abb. 38_48), der sich in Eichen-Gallen entwickelt und mit Hilfe des Luft-Eklektors nachgewiesen wurde. Allerdings konnte auf der Fläche keine Galle auf Roteichen-Blättern gefunden werden. Am Waldrand stehen allerdings auch heimische Stieleichen, auf deren Blättern es solche Gallen gab. Die meisten der auf dieser Fläche gefundenen Arten stammen aus der Umgebung. Die aus Nordamerika stammende Roteiche ist für die heimische Fauna weitestgehend „steril“ und wird kaum als Fraßpflanze genutzt. Das Laub ist schwer zersetzbar und erstickt regelrecht die Bodenvegetation. Für die heimische Natur sind Roteichen quasi der ökologische „Supergau“.

Xyleborinus attenuatus (Blandford, 1894)

Abb38_47_Xyleborinus_attenuatus_coleoweb.JPG

Abb. 38_47: Fundmeldungen vom Borkenkäfer Xyleborinus attenuatus in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Curculio villosus Fabricius, 1781

Abb38_48_Curculio_villosus_coleoweb.JPG

Abb. 38_48 Fundmeldungen vom Zottigen Gallenbohrer (Curculio villosus) in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

3.9 Zusatz-Untersuchungsfläche „T“: Weißtanne im Tiefen Grund bei Porschdorf

Es wurden 121 Käferarten nachgewiesen, darunter 72 xylobionte Arten. Davon können etwa 16 Arten als naturschutzfachlich und/oder faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden, weil sie entweder laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind oder auf einer Roten Liste stehen und damit unterschiedlich stark gefährdet sind oder wegen Seltenheit bzw. regionalem oder lokalen Verbreitungsschwerpunkt sowie wegen ihrer bioindikatorischen Relevanz von Bedeutung sind (Tab. 38_49). Es soll darauf hingewiesen werden, dass auf dieser Fläche nur der Lufteklektor und Handfänge durchgeführt wurden und weder Lichtfang noch Gelbschalenfang.

Abb38_49_Tab9T.jpg

Abb. 38_49: Faunistisch bemerkenswerte Käferarten, die auf der bzw. um die Weißtanne nachgewiesen wurden. RLD.: Rote Listen von Deutschland Käfer (2016-2022) (Rote-Liste-Zentrum) Gefährdungskategorien: 0 = Ausgestorben/ Ausgerottet/ Verschollen; 1 = vom Aussterben bedroht; 2 = stark gefährdet; 3 = gefährdet; V = Vorwarnliste; R = extrem selten; G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes; D = Daten defizitär; . = derzeit keine Gefährdung erkennbar; RLSn: Rote Listen von Sachsen (Gebert 2009: Laufkäfer; Klausnitzer & Stegner 2018: Bockkäfer und Klausnitzer & Liebscher 2023: Blatthornkäfer und Hirschkäfer): wie oben; nb = nicht bearbeitet; iB = derzeit in Bearbeitung); BAV: Bundesartenschutzverordnung; § = gesetzlich besonders geschützt; §* = prioritäre Art Anhang II / IV der FFH-Richtlinie der EU ÖG = Ökologische Gilde (nach Schmidl & Bussler 2003) = Substratgilden: F = Frischholzbesiedler, A = Altholzbesieder, P = Besiedler an Pilzen, die auf Holz wachsen; H = Baumhöhlenbesiedler; xS = Arten mit xylobionten Sonderbiologien (z.B. Baumsaftfresser, Kommensalen in Nestern anderer Holzinsekten); fX = fakultative Xylobionte (Arten die Holzstrukturen, aber auch an anderen Substraten vorkommen, z.B. Bodenpilze); IA = Indikatorarten bzw. waldökologisch besonders relevante Arten (v.a. unter Berücksichtigung historischer Aspekte wie Faunentradition, die auf Bestandskontinuität fußt) (nach Schmidl & Bussler 2003); URA: Urwaldreliktarten nach MÜLLER et al. (2005) (vor dem Schrägstrich) und nach ECKELT et al. (2017) (hinter dem Schrägstrich); BA = Baumart: Bi = Birke; Bu = Buche, Ei = Eiche, Erl = Erle; Es = Esche; Fi = Fichte, Hbu = Hainbuche; Lä = Lärche, LH = Laubholz, Li = Linde, L/N = keine Bevorzugung, NH = Nadelholz, Ki = Kiefer, Pa = Pappel; Ul = Ulme; Zit = Zitterpappel; p.K. = polyphag auf Kräutern; Ex= Exposition der Totholzstruktur: s = an Stehend-Totholz; l = an Liegend- Totholz; s/l = keine Bevorzugung der Exposition;

Es konnte eine speziell an Weißtanne gebundene Käferart nachgewiesen werden – allerdings keine an Holz gebundene, sondern an bestimmte Tannenläuse. Hierbei handelt es sich um den Tannen-Zwergmarienkäfer (Scymnus impexus) (Abb. 38_50). Die Art gilt laut der sächsischen Roten Liste (Klausnitzer 2020) als „ausgestorben“. Es gibt nur Nachweise um 1900, u.a. auch aus der Sächsischen Schweiz. Insofern handelt es sich um einen Wiederfund für Sachsen nach über 100 Jahren. Faunistisch bemerkenswert ist ein weiterer Wiederfund für Sachsen. Von der Sumpfkäferart Hydrocyphon deflexicollis (Abb. 38_51) gibt es bisher nur Fundmeldungen von vor der Jahrtausendwende. Speziell an Tannenholz gebundene Käferarten, wie beispielsweise Borkenkäfer der Gattung Pityokteines sind allerdings nicht gefunden worden.

Scymnus impexus Mulsant, 1850

Abb38_50_Scymnus_impexus_FundmeldungenDt.JPG

Abb. 38_50: Fundmeldungen vom Tannen-Zwergmarienkäfer (Scymnus impexus) in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Hydrophyphon deflexicollis (P. W. J. Müller, 1821)

Abb38_51_Hydrocyphon_deflexicollis.JPG

Abb. 38_51: Fundmeldungen vom Sumpfkäfer Hydrocyphon deflexicollis in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

3.10 Urwald-Reliktarten im Nationalpark Sächsischen Schweiz

In einer Veröffentlichung von Müller et al. (2005) werden auf Basis der Liste der xylobionten Käfer Deutschlands (Schmidl & Bussler 2004) eine Definition für sogenannte „Urwaldreliktarten“ formuliert und 115 Käferarten aufgelistet, die in Deutschland als Urwaldreliktarten bezeichnet werden können. Nach den folgenden Kriterien erfolgt die Auswahl der Arten: - reliktäres Vorkommen in Mitteleuropa - Bindung an Habitattradition sowie Kontinuität der Alters- und Zerfallsphase des Waldes - hohe Ansprüche an Totholzqualität und -quantitäten - aus forstlich geprägten Wäldern weitestgehend verschwunden Als Beispiel erwähnen Müller et al. (2005) ein Naturwaldreservat im Spessart, in den es acht rezente Urwaldreliktarten gibt und diesen Bestand als „...einen der wichtigsten urständigsten Waldbestände Deutschlands“ hervorheben. Entsprechend dieser Liste beläuft sich auf Grundlage der von 2005 bis 2024 durchgeführten Untersuchungsergebnissen aus dem Nationalpark Sächsischen Schweiz ebenfalls auf acht Urwaldreliktarten (Abb. 38_52, Spalte URA „M“). Nach der überarbeiteten, auf ganz Mitteleuropa bezogenen, Urwaldreliktartenliste von Eckelt et al. (2017) sind bisher zehn Urwaldreliktarten im Nationalpark Sächsische Schweiz gefunden worden (siehe Abb. 38-52, Spalte URA „E“). Durch die Untersuchungen im Jahr 2023 ist mit der Moderkäferart Corticaria lateritia ein Urwald-relikt gefunden worden, die vorher aus der Sächsischen Schweiz nicht bekannt war. 2024 gelang mit dem Rindenkäfer Synchita separanda erneut ein Erst-Nachweis für das Gebiet. Im Jahr 2025 konnten gleich sieben weitere Urwaldreliktarten nachgewiesen werden, sodass sich die Gesamtzahl der Urwaldreliktarten im Nationalpark Sächsische Schweiz auf 20 Arten (bezogen auf beide Listen) erhöht hat. Das Vorkommen dieser 20 Urwaldreliktarten hat eine herausragend ökologische Bedeutung, da diese als Bioindikatoren dienen und auf eine noch naturnahe Waldgemeinschaft hinweisen, mit einer hoher Strukturvielfalt und ökologischer Kontinuität. Diese hochspezialisierten Arten benötigen spezifische Lebensräume mit urwaldtypischen Strukturen, die in Wirtschaftswäldern fehlen, z.B. sehr alte Bäume mit einer Vielzahl verschiedenen Höhlenarten, reichlich stehendem Totholz und auch gleichzeitig schon stark vermulmten, liegendem Totholz in Verbindung mit seltenen Holzpilzen. Ihr Vorkommen signalisiert das Vorhandensein dieser wichtigen Mikrohabitate. Da diese Arten eine lange, ununterbrochene Waldtradition benötigen, geben sie Hinweise auf historische Waldlandschaften und deren Entwicklung. Gebiete mit vielen Urwaldreliktarten sind oft Hotspots der Artenvielfalt, da selbst die Reste, also sehr kleinteilige, komplexe „Urwaldstrukturen“, noch eine enorme Menge an Nischen für verschiedene Käferarten bieten. So konnten in den Stammfußhöhlen der wenigen, übriggeblieben Altbuchen östlich auf dem Winterberg allein sieben Urwaldreliktarten nachgewiesen werden. In den Urwaldreliktartenlisten werden auch Arten genannt, die offenbar einer bisher nicht geklärten Populationsdynamik unterliegen. Beispielsweise wurden bei den ersten Untersuchungen in den Jahren 2005 bis 2007 je ein Exemplar von Neomida haemorrhoidalis und Ipidia binotata in naturnahen, alt- und totholzreichen Waldbeständen im Nationalpark gefunden. Die zuletzt genannte Art galt damals als Erstnachweis für Sachsen (Lorenz 2006) und von Neomida war es die zweite Fundmeldung in Sachsen überhaupt (siehe auch Jäger & Lorenz 2022). In den vergangenen 20 Jahren haben sich beide Arten jedoch ausgebreitet und können als regelrecht häufig und in großen Teilen Sachsens weit verbreitet angesehen werden. Ausgangspunkt für diese Expansion waren aber naturnahe Altholzbestände in abgelegenen und damit forstwirtschaftlich nicht erreichbaren Teilen des Nationalparks Sächsische Schweiz.

Abb38_52_Tab10_Urwaldreliktarten.jpg

Abb. 38_52: Liste der bis Ende 2025 im Nationalpark Sächsische Schweiz durch eigene Erfassungen nachgewiesene Urwald-Reliktarten (URA: M = Müller et al. 2005 und E = Eckelt et al. 2017); RLDt: = aktuelle Rote Listen Deutschlands; RLSn: Rote Listen Sachsens; BAV: Bundesartenschutzverordnung; (grau markiert: im Jahr 2025 nachgewiesen)

Für die Schnellkäferart Lacon lepidopterus, den Pilzkäfer Dacne pontica und dem Pflanzenkäfer Hymenophorus doublieri ist der Nationalpark Sächsische Schweiz das einzige Vorkommensgebiet in Deutschland. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung. Es gibt eine Reihe weiterer Käferarten, die bisher fast ausschließlich nur hier nachgewiesen werden konnten, beispielsweise der Laufkäfer Leistus montanus kultinans, der Kurzflügler Scopaeus debilis, der Schimmelkäfer Micrambe longitarsis, der Blattkäfer Chaetocnema chlorophana und der Rüsselkäfer Notaris aterrima.

3.11 Bemerkenswerte Nachmeldungen aus den Vorjahren

Einige schwer bestimmbare Arten müssen von Spezialisten – sofern es diese überhaupt gibt – nachgeprüft werden. Manchmal gibt es nur einen oder wenige Experten, die aus ganz Europa stammen. Insofern kann es ein oder sogar mehrere Jahre dauern, bis Kontakt aufgenommen werden konnte und Bereitschaft zur taxonomischen Überprüfung erlangt werden kann. Im Folgenden sollen faunistisch bemerkenswerte Funde aus den zwei Untersuchungsjahren 2023 und 2024 mitgeteilt werden. Beim öffentlichen Lichtfang im Großen Zschand in der Nähe des Alten Zeughauses am 27.7.2024 der im Rahmen einer auf Initiative der damaligen Referentin für Arten- und Biotopschutz der Nationalparkverwaltung organisierten Öffentlichkeitsveranstaltung durchgeführt wurde und bei der der Autor zusammen mit seinen Kollegen R. Gutzeit und E. Förster maßgeblich beteiligt waren, wurde u.a. ein Schimmelkäferart nachgewiesen, die der Berliner Cryptophagiden-Experte Jens Esser vor Kurzem als Micrambe longitarsis determiniert hat. Neben einer Fundmeldung aus den Alpen bei Garmisch-Partenkirchen ist es erst der zweite aktuelle Fund in Deutschland (siehe dunkelblaue Quadrate in Abb. 38_53).

Micrambe longitarsis Reitter, 1875

Abb38_53_Micrambe_longitarsis.JPG

Abb. 38_53: Fundmeldungen vom Schimmelkäfer Micrambe longitarsis in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Eine bisher kaum angewandte Erfassungsmethode ist der Autokescherfang. Hierbei wird eine Konstruktion auf dem Autodach befestigt und langsam auf befestigten Wegen durch das Gelände gefahren. Beim Autokescherfang am 06.06.2024 auf der Kirnitzschtalstraße wurden 90 Käferarten erfasst (siehe auch 37. Blog-Beitrag), darunter zwei faunistisch interessante Arten, die erst im Nachhinein determiniert werden konnten: der Schimmelkäfer Atomaria bella (Abb. 38_54) (bestimmt von J. Esser) und der Zwergkäfer Acrotrichus montandonii (Abb. Abb. 38_55) (bestimmt von W. Hofmann).

Atomaria bella (P. W. J. Müller, 1821)

Abb38_54_Atomaria_bella.JPG

Abb. 38_54: Fundmeldungen vom Schimmelkäfer Atomaria bella in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

Acrotrichis montandoni (P. W. J. Müller, 1821)

Abb38_55_Acrotrichis_montandonii.JPG

Abb. 38_55: Fundmeldungen vom Zwergkäfer Acrotrichis montandonii in Deutschland (www.coleoweb.de; Dez. 2025)

3.12 Bemerkenswerte Nebenbeobachtungen

Abb38_56_Euplagia.JPG

Abb. 38_56: Beim Lichtfang am 27.8.2025 auf Fläche 4: Waldbrandfläche westlich Richterschlüchte konnte die Spanische Flagge Euplagia quadripunctaria beobachtet werden - eine sogenannte FFH-Art

Abb38_57_Erdkröte.JPG

Abb. 38_57: Beim Lichtfang am 27.8.2025 bei Fläche 4: Waldbrandfläche westlich Richterschlüchte konnte ein größeres Weibchen der Erdkröte (Bufo bufo) gefunden werden. Das nächstgelegene Laichgewässer ist wahrscheinlich der Teich unterhalb der Winterbergbaude

Abb38_58_Tapezierspinne.JPG

Abb. 38_58: Beim Lichtfang am 30.06.2025 Fläche 7: Buchenforst östlich Hohnstein konnte ein Individuum einer Tapezierspinne Atypus cf. affinis beobachtet werden. Die Artbestimmung wird noch geprüft (Foto: R. Gutzeit). Diese Tapezierspinnen bauen keine herkömmlichen Netze, sondern Röhren aus Spinnen-Fäden, die gut getarnt auf dem Waldboden liegen und für uns nahezu unsichtbar sind und in denen sie quasi „patrolieren“. Wenn ein Insekt über diese Röhren krabbelt, spürt die Spinne eine solche Erschütterung, flitzt durch die Röhre und schlägt ihre „Zähne“, die man Cheliceren nennt, von innen durch die Spinnen-Röhre ins Insekt, um sie mit Gift zu betäuben und anschließend auszusaugen.

Abb38_59_Felsenspringer.JPG

Abb. 38_59: Sehr gut getarnt und eventuell auch deshalb kaum beachtet? Beim Handfang am 31.03.2025 Fläche 3: Kiefern-Riffwald bei Hohnstein konnten mehrerer Individuen von Felsenspringern Archaeognatha unter der Rinde von abgestorbenen, stehend Fichten gefunden werden. (Foto: R. Gutzeit). Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine sehr alte bzw. urtümliche und Insektengruppe ohne Flügel, die es schon weit vor den Dinosauriern gab, d.h. sie leben seit mindestens 400 Millionen Jahren auf der Erde, wie Archäologen in Fossilien nachweisen konnte.

Abb38_60_Mordfliege.JPG

Abb. 38_60: Beim Handfang am 13.05.2025 Fläche 2: Buchen-Altholzbestand am Winterberg konnte die Sattel-Mordfliege Laphria ephippium nachgewiesen werden. Eine Raubfliegenart, deren Larven sich, vermutlich extoparasitisch, vorwiegend von in Rotbuchenholz lebenden bzw. bohrenden Insektenlarven entwickeln. (Foto: R. Gutzeit)

Abb38_61_Riesenspringschwanz.JPG

Abb. 38_61: Beim Handfang am 01.10.2025 Fläche 2: Buchen-Altholzbestand am Winterberg konnten Riesencollembolen Tetrodontophora bielanensis gefunden werden. Auch die Collembolen oder Springschwänze sind eine stammesgeschichtlich sehr alte Insektengruppe, die meist nur ein bis 2 mm klein sind. Der Riesencollembole 8 mm groß werden. In einem Liter gesundem Waldboden können bis zu 2.000 Springschwänze leben. Sie sind von großer Bedeutung für die Bodenfruchtbarkeit und die natürlichen Stoffkreisläufe (Foto: R. Gutzeit)

4. Zusammenfassung und Fazit

Insgesamt konnten 791 Käferarten erfasst werden. Etwa 40 Käferarten wurden erstmals für das Gebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz nachgewiesen (bezogen auf die Gesamtartenliste aus den Erfassungen von 2005 bis 2007, 2017 bis 2018 und 2023 bis 2024 sowie nach Recherchen im Online-Portal: www.coleweb.de). Mit 460 Arten sind mehr als die Hälfte davon Xylobionte. Es konnte die Käferart Dacne pontica nachgewiesen werden, die erstmals in Deutschland gefunden wurde sowie die Bockkäferart Leioderes kollari erstmals in Sachsen. Die drei Käferarten Astrapaeus ulmi, Symnus impexus und Pogonocherus ovatus gelten als Wiederfunde für die Käferfauna Sachsens, weil die letzten Nachweise meist viele Jahrzehnte zurückliegen. Insofern haben sich die Kenntnisse über die Käferfauna der Region wieder etwas erweitert. Dennoch wird deutlich, dass es noch erhebliche Defizite über die tatsächliche Käferfauna gibt und eine Fortführung der Inventarisierung notwendig ist. Dieses Ergebnis verdeutlicht also einerseits die oben erwähnten Defizite bei der Erforschung. Andererseits kann es auch als Hinweis auf ein dynamisches Ökosystem gesehen werden, in dem sukzessive Prozesse stattfinden mit einem permanenten Artenaustausch, der eine kontinuierliche faunistische Erforschung erforderlich macht, um die Veränderungen – positiv oder negativ – dokumentieren zu können. Außerdem sollte die bereits 2023 begonnene, jährliche Inventarisierung der xylobionten Käfer auf der Waldbrandfläche fortgeführt werden, um die dortige Sukzession kontinuierlich dokumentieren zu können. Grundsätzlich wäre eine regelmäßige Inventarisierung der Käferfauna, wobei nach und nach möglichst alle oder zumindest die meisten Lebensraumtypen mit unterschiedlichsten Erfassungsmethoden im Nationalpark Sächsische Schweiz beprobt werden sollten, aus unserer Sicht, notwendig. Die herausragende naturschutzfachliche Bedeutung des Nationalpark Sächsische Schweiz wird auch dann deutlich, wenn man sich die Zahl von 20 bisher nachgewiesenen Urwaldreliktarten vor Augen hält, denn selbst im Nationalpark Bayrischer Wald soll es „nur“ 16 dieser Arten geben (in litt. A. Busse). Ein Vergleich der Artenzahlen ist aus den folgenden Diagrammen ersichtlich (Abb. 38_62 und Abb. 38_63): Der Laubmischwald auf dem Großen Winterberg (Fläche Nr. 1) ist sowohl was die Gesamtartenzahl betrifft am artenreichsten, als auch was speziell die ökologische Gruppe der xylobionten Käfer betrifft. Der Fichtenforst (Fläche Nr. 5) ist hingegen am artenärmsten. Auf allen vier Forstflächen in der Pflegezone wurden weniger Arten gefunden als auf den naturnahen Waldflächen in der Kernzone. Auf der Roteichenfläche (Fläche Nr. 8) wurde mit Abstand die geringste Zahl an Xylobionten nachgewiesen – sogar noch weniger als im monotonen Fichtenforst.

Abb38_62_Artenzahlenvergleich_absolut.JPG

Abb. 38_62: Vergleich der Artenzahlen (absolute Werte) auf den acht Untersuchungsflächen

Abb38_63_Artenzahlenvergleich_faunistischBesonderheiten.JPG

Abb. 38_63: Vergleich der Artenzahlen (relative Werte) auf den acht Untersuchungsflächen unter Berücksichtigung der naturschutzfachlichen Relevanz

Auf den forstlich bewirtschafteten vier Flächen (Nr. 5 bis Nr. 8) konnten im Schnitt nur halb so viele faunistisch bemerkenswerte Arten gefunden werden als auf den naturnahen Flächen in der Kernzone. Die Behauptung im fachlichen Austausch mit dem Mitarbeiter vom Staatsbetrieb Sachsenforst, dass in den forstlich bewirtschafteten Wäldern eine ähnlich hohe Artenzahl an xylobionten Käfern vorhanden sei, konnte damit mehr als eindeutig widerlegt werden. Für die Erhaltung einer großen Artenvielfalt im Allgemeinen und von stenöken Waldarten mit Bindung an besonders alte Waldstrukturen und Baumhöhlen im Speziellen sind vom Menschen möglichst unbeeinflusste, nicht forstlich bewirtschaftete Wälder erforderlich. Entscheidend für deren Überleben ist eine Habitattradition und das kontinuierliche Vorhandensein von Altbäumen, die von Natur aus absterben dürfen und ungestörten Sukzessionsprozessen unterliegen. Deshalb sind auch große Flächen von mindestens 10.000 ha erforderlich, wo es diese unterschiedlichen Sukzessionsstadien in räumlicher Nähe und ohne Ausbreitungsbarrieren gibt. Viele Naturschutzgebiete dürften zu klein und zu isoliert sein, um diesen spezifischen Arten langfristig das Überleben zu sichern. Das Belassen weniger, einzelner Altholzstrukturen, wie es gängige Praxis ist, ist dafür nicht ausreichend und ersetzt nicht die erforderliche Kontinuität und strukturelle Diversität. Wenn man das natürliche Erbe tatsächlich erhalten will, müssen sich naturnahe Wälder ohne Einfluss des Menschen entwickeln dürfen. Dies funktioniert aber nur dort, wo entsprechende Voraussetzungen in Bezug auf Naturraumausstattung auch vorhanden sind, d.h. keine Neophyten, wie z.B. fremdländische Baumarten bzw. es müssen nur die heimischen und von Natur aus vorkommenden Baumarten vorhanden sein.

Abb38_64_Prostomis.JPG

Abb. 38_64: Der Schaufelkäfer (Prostomis mandibularis), eine Urwaldreliktart, kann als typische Art des Nationalparks Sächsische Schweiz angesehen werden, wobei hier umgestürzte Fichtenstämme besiedelt werden, die vermutlich autochthon sind, d.h. an diesen Standorten gehören die Fichten vermutlich auch zur natürlichen Baumartenzusammensetzung, wie sie sich nach der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren allmählich etabliert hat und nie durch forstwirtschaftliche Eingriffe (Kahlschlag, künstliche Wiederaufforstung) komplett beseitigt worden sind. (Foto: R. Gutzeit)

5. Literatur
  • Batelka, J., Brůha, P., Blaźej, L. & Horák, J. 2021: Nové a zajímavé nálezy xylomycetofágních druhů čeledi Mordellidae z Čech (Coleoptera). (New and interesting records of xylomycetophagous species of the family Mordellidae in Bohemia (Coleoptera)). Klapalekiana 57: 209–218 (in Czech, English abstract).

  • Bittrich, F. (2024): Erstnachweis sowie weitere Funde vom Scharlachroten Plattkäfer (Cucujus cinnabarinus

  • Scopoli, 1763) (Coleoptera, Cucujidae) in Sachsen. - Entomologische Nachrichten und Berichte, 68 (3): 388-393.

  • Böhme, J. (2001): Phytophage Käfer und ihre Wirtspflanzen in Mitteleuropa. Ein Kompendium. – bioform. 132 S.

  • Brůha, P., Blaźej, L., Michalega, M. & P. Moravec (2022): On the fauna of beetles (Coleoptera) of the Elbe Sandstones (northern Bohemia). - Sborník Severočeského Muzea, Přírodní Vědy 40: 177-241.

  • Büttner, R. (2025): Fund von Conalis baudii

  • Mulsant & Rey, 1858 in der Oberpflanz – Neunachweis für Bayern und Überlegungen zur Nachweisdichte (Insecta, Coleoptera, Mordellidae). – Beiträge zur bayerischen Entomofaunistik 25: 10-16.

  • Dietrich, W. (2013): Beobachtungen einiger Käferarten an und in Pilzen (Coleoptera). – Entomologische Nachrichten und Berichte 57 (3): 158- 162.

  • Dietrich, W. (2020): Beobachtungen von Käfern an und in Pilzen (Coleoptera). – Entomologische Nachrichten und Berichte 64 (2): 202- 205.

  • Eckelt, A., Müller, J.·Bense, U., Brustel, H., Bußler, H., Chittaro, Y., Cizek, L., Frei, A., Holzer, E., Kadej, M., Kahlen, M., Köhler, F., Möller, G., Mühle, H., Sanchez, A., Schaffrath, U., Schmidl, J., Smolis, A., Szallies, A., Németh, T., Wurst, C., Thorn, S., Christensen, R.H.B. & S. Seibold (2017): “Primeval forest relict beetles” of Central Europe: a set of 168 umbrella species for the protection of primeval forest remnants. - Journal of Insect Conservation. https://doi.org/10.1007/s10841-017-0028-6. 14 S.

  • Feiler, A. (1970): Untersuchungen über die Bodenfauna rauchgeschädigter Fichten- und Kiefernbestände am Beispiel des Elbsandsteingebirges und der Dübener Heide (Col., Car.). Diss. TU Dresden, Sektion Forstwissenschaft.

  • Freude, Harde, Lohse (1964-84): Die Käfer Mitteleuropas, Bände 1-11. Verlag Goecke & Evers, Krefeld.

  • Gebert, J. (2022): Rote Liste und Artenliste Sachsens - Laufkäfer. – (Hrsg.: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie LfULG): 80 S.

  • Hornig, U. (1995): Kommentiertes Verzeichnis der Erotylidae, Biphyllidae und Cryptophilidae (Coleotera) des Freistaates Sachsen. – Mitteilungen Sächsischer Entomologen, Nr. 28: 24-27.

  • Hornig, U. (2020): Die Käferfauna von Sachsen (Coleoptera) – ein kurzer Überblick der Erkenntnisfortschritte in den vergangenen zwei Jahrzehnten. – Entomologische Nachrichten und Berichte, 64 (2): 101- 113.

  • Hornig, U. (2022): Die Käferfauna (Coleoptera) von Sachsen – Ergänzungen für 2020-2022 und Nachträge. – Entomologische Nachrichten und Berichte, 66 (2): 123-135.

  • Hornig, U. & J. Lorenz (2018): Neues aus der Käferfauna Sachsens (Coleoptera) – 6. Beitrag. - Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), 62/1: 37-47.

  • Hornig, U. & B. Klausnitzer (2022): Verzeichnis der Käfer (Coleoptera) Sachsens mit einer Darstellung der historischen Grundlagen. – Entomologische Nachrichten und Berichte, Beiheft 26, 299 S. Dresden.

  • Jäger, O. (1995): Zur Fauna der Byrrhidae der Sächsischen Schweiz (Insecta: Coleoptera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 20: 279-283.

  • Jäger, O. (2014): Zur Wasserkäferfauna der Sächsischen Schweiz (Hydradephage, Hydrophiloidea, Hydraenidae, Dryopoidea). - Entomologische Nachrichten und Berichte 58/1-2: 27-39.

  • Klausnitzer, B. (1995): Rote Liste der Blatthornkäfer (Trogidae, Geotrupidae, Scarabaeidae) und Hirschkäfer (Lucanidae) im Freistaat Sachsen. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege 5, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Radebeul. 76 S.

  • Klausnitzer, B. & J. Stegner (2018): Rote Liste und Artenliste Sachsen. - Bockkäfer. – Hrsg.: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie: 72 S.

  • Klausnitzer, B., Hornig, U., Lorenz, J., Gebert, J., Hoffmann, W., Sieber, M. & W. Richter (2012): Zur Kenntnis der Käferfauna Sachsens (Coleoptera). - Entomologische Nachrichten und Berichte, 56 (2): 109- 122.

  • Klausnitzer, B., Hornig, U., Behne, L., Franke, R., Gebert, J., Hoffmann, W., Jäger, O., Müller, H., Richter, W., Sieber, M. & J. Vogel (2009): Die Käferfauna (Coleoptera) der Oberlausitz. Teil 1. - Entomologische Nachrichten und Berichte. Beiheft 12: 252 S., 1 Karte. Dresden.

  • Klausnitzer, B., Hornig, U., Behne, L., Franke, R., Gebert, J., Hoffmann, W., Jäger, O., Müller, H., Richter, W., Sieber, M. & J. Vogel (2018): Die Käferfauna (Coleoptera) der Oberlausitz. Teil 3: Nachträge, Gesamtübersicht und Analyse der Umweltbezüge. - Entomologische Nachrichten und Berichte. Beiheft 23: 632 S., 305 Abb., 1 Karte. Dresden.

  • Koch, K. (1989a, 1989b, 1992): Die Käfer Mitteleuropas. Ökologie, Bände 1 bis 3. - Verlag Goecke & Evers, Krefeld.

  • Köhler, F. (2000): Totholzkäfer in Naturwaldzellen des nördlichen Rheinlands. - Hrsg.: Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten / Landesamt für Agrarordnung NRW, LÖBF-Schriftenreihe, Band 18: 351 S.

  • Köhler, F. [Projektleiter] (2013): Entomofauna Germanica. Verzeichnis der Käfer Deutschlands Online. – www.coleokat.de.

  • Köhler, F. & B. Klausnitzer (1998): Verzeichnis der Käfer Deutschlands. - Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), Beiheft 4.

  • Kopetz, A. & A. Weigel (2015): Neu- und Wiederfunge von Käferarten (Coleoptera) für die Fauna von Thüringen IV. – Entomologische Nachrichten und Berichte 59 (2): 97-106.

  • Lohse & Lucht (1989-94): Die Käfer Mitteleuropas. Supplementbände 12- 14. Verlag Goecke & Evers, Krefeld.

  • Krause, R. (1970): Bemerkenswerte Käferfunde aus der Hinteren Sächsischen Schweiz (Insecta, Coleoptera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 4(2): 9-13.

  • Krause, R. (1974a): Die Laufkäfer der Sächsischen Schweiz, ihre Phänologie, Ökologie und Vergesellschaftung (I) (Coleoptera, Carabidae). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 5(2): 73-179.

  • Krause, R. (1974b): Zur Fauna der heteromeren Käfer der Sächsischen Schweiz (Coleoptera, Heteromera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 5(4): 199-204.

  • Krause, R. (1977): Zur Wiederspieglung der Höhenstufen-Umkehr der Vegetation der Sächsischen Schweiz in ihrer Käferfauna. – Abhandlungen und Berichte aus dem Naturkundemuseum Görlitz. 51(2): 61-65.

  • Krause, R. (1978): Untersuchungen zur Biotopbindung bei Rüsselkäfern der Sächsischen Schweiz (Coleoptera, Curculionidae). - Entomologische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 41(1): 1-201.

  • Krause, R. (1982): Zur Faunistik, Ökologie und Phänologie der Blattkäfer der Sächsischen Schweiz (Insecta, Coleoptera, Chrysomelidae). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 9(1): 1-55.

  • Krause, R. (1989): Zur Fauna der heteromeren Käfer der Sächsischen Schweiz (II) und zu den mitteleuropäischen Arten des Aderiden-Subgenus Euglenes WESTWOOD, 1829 (Insecta, Coleoptera, Heteromera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 16(10): 135-140.

  • Krause, R. (1995): Zur Lauf-, Blatt- und Rüsselkäferfauna eines Ahorn- Eschen-Steilhangwaldes in der Sächsischen Schweiz (Col., Carabidae, Chrysomelidae, Curculionidae). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 20(4): 19-28.

  • Krause, R. (1995): Zur Fauna der heteromeren Käfer der Sächsischen Schweiz (III) (Col., Heteromera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 20(3): 15-18.

  • Krause, R., Witsack, W. & R. Emmrich (1992): Faunistisch-ökologische Untersuchungen an Standorten der Krähenbeere (Empetrum nigrum L.) in der Sächsischen Schweiz am Beispiel einiger Käferfamilien und Zikaden (Insecta, Coleoptera: Carabidae, Cantharidae, Chrysomelidae, Curculionidae; Homoptera: Auchenorrhycha). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 18: 131-151.

  • Krause, R. & J. Zinke (1989): Zur Kenntnis der Hydrophilidae (s.str.) der Sächsischen Schweiz (Insecta, Coleoptera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 17(6): 37-46.

  • Lorenz, J. (1999): Ökofaunistische Untersuchungen zur Coleopterenfauna einer strukturreichen Agrarlandschaft (Insecta: Coleoptera). - Dissertation, TU Dresden. 197 S.

  • Lorenz, J. (2006): Bedeutung, Gefährdung und Schutz von Alt- und Totholzlebensräumen sowie Ergebnisse mehrjähriger Untersuchungen in Dresden einschließlich landschaftspflegerischer Umsetzung. - NSI - Projektberichte 2/2006 (Hrsg.: AG Naturschutzinstitut Region Dresden e.V.): 2., überarbeitete und erweitere Auflage, 20seitige Broschüre.

  • Lorenz, J. (2010): „Urwaldrelikt“-Käferarten in Sachsen (Coleoptera part.). – Sächsische Entomologische Zeitschrift 5: 69-98.

  • Lorenz, J. (2010): Käferbeifänge am Licht (Coleoptera part.). - Entomologische Nachrichten und Berichte, 54 (3-4): 193-206.

  • Lorenz, J. (2021): Nachweis von Hymenophorus doublieri Mulsant, 1851 im sächsischen Elbsandsteingebirge - https://www.lorenzjoerg.de/blog/hymenophorus_doublieri

  • Lucht & Klausnitzer (1998): Die Käfer Mitteleuropas. Supplementband 15. Verlag Goecke & Evers, Krefeld.

  • Müller, J., Bußler, H., Bense, U., Brustel, H., Flechtner, G., Fowles, A., Kahlen, M., Möller, G., Mühle, H., Schmidl, J. & P. Zabransky (2005): Urwaldrelikt-Arten – Xylobionte Käfer als Indikatoren für Strukturqualität und Habitattradition (Insecta, Coleoptera part.). – waldoekologie online, H. 2, S. 106-113.

  • Rietsch, H. (1972): Bemerkenswerte Käferfunde aus dem Elbsandsteingebirge. – Entomologische Nachrichten (16). Dresden.

  • Peschel, R. (2021): Käferfunde an Wildfutterstellen in Chemnitz und im Erzgebirge. – Mitteilungen Sächsischer Entomologen, Band 40 (Nr. 137): 3-16.

  • Ries, M.; Balzer, S.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek , G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 5: Wirbellose Tiere (Teil 3). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (5):

  • Rheinheimer, J. & M. Hassler (2010): Die Rüsselkäfer Baden- Württembergs. – Hrsg.: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz. Verlag Regionalkultur. 944 S.

  • Rheinheimer, J. & M. Hassler (2018): Die Blattkäfer Baden-Württembergs. – 928 S. Karlsruhe (Kleinsteuber Books).

  • Schmidl, J. & H. Bussler (2004): Ökologische Gilden xylobionter Käfer Deutschlands. – Naturschutz und Landschaftsplanung 36, (7): 202-218.

  • Schmidt, J., Trautner, J. & G. Müller-Motzfeld (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Laufkäfer (Coleoptera: Carabidae) Deutschlands - Schriftenreihe Naturschutz und Biologische Vielfalt 70(4): 139-204. (Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz).

  • SMUL (Hrsg.) (2008): Naturschutzgebiete in Sachsen. – Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. 719 S.

  • Vogel, J. (2013): Die Staphyliniden-Fauna (Coleoptera) der Oberlausitz. Die Käferfauna (Coleoptera) der Oberlausitz. Teil 2. – In: Klausnitzer, B. & R. Reinhard (Hrsg.) Entomologische Nachrichten und Berichte. Beiheft 15: 252 S., 1 Karte. Dresden.

  • Witsack, W. (1978): Zur Verbreitung und Ökologie der Cantharoidea in der Hinteren Sächsischen Schweiz (Coleoptera: Lycidae, Lampyridae, Cantharidae, Dasycidae, Malachiidae). - Entomologische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 42: 301-314. Internet: Coleoptera Europaea (2025): URL: https://www.coleoweb.de, 13.12.2025

Previous Post Next Post