Die Käferfauna der Sächsischen Schweiz wurde bisher diskontinuierlich erforscht. Von 1970 bis 1990 haben vor allem Dr. Rüdiger Krause und Helmut Nüssler in der Sächsischen Schweiz Käfer erfasst und Beiträge zur Käferfauna veröffentlicht, ersterer beispielsweise über Lauf-, Blatt- und Rüsselkäfer und zuletzt Genannter u.a. über die Bockkäfer (siehe Literaturverzeichnis). Außerdem gibt es ein paar Publikationen weiterer Koleopterologen über die Käferartengruppen, auf die sie sich spezialisiert haben/ hatten, z.B. Jäger (1995), Jäger (2014), Witsack (1978) u.a. Der Autor dieses Beitrages führte von 2005 bis 2007 im Auftrag des Nationalpark Sächsische Schweiz stichprobenartige Erfassungen zur xylobionten Käferfauna auf 14 ausgewählten Waldflächen durch, wobei in den drei Jahren insgesamt etwa 800 Käferarten nachgewiesen werden konnten. Darunter waren 410 xylobionte Käferarten, wobei nach damaligem Kenntnisstand mehrere Neu- und Wiederfunde für die Käferfauna Sachsen registriert wurden, beispielsweise die Glanzkäferart Ipidia binotata, die Schwammkäferarten Cis quadridens und Hadreule elongatum und die Rüsselkäferart Magdalis rufa sowie die Kurzflüglerart Oxyporus maxillosus, der Wollhaarkäfer Trichoceble memnonia, der Rindenkäfer Rhizophagus grandis und die Pochkäferart Anobium emarginatum. Wie sich ein paar Jahre später herausstellte, gelang mit der Pflanzenkäferart Hymenophorus doublieri sogar ein Erstnachweis für die Käferfauna Deutschlands (https://www.lorenzjoerg.de/blog/hymenophorus_doublieri). Im Herbst 2017 und Frühjahr/Sommer 2018 erfolgten dann auf vier weiteren Waldstandorten Untersuchungen zur xylobionten Käferfauna, wobei 28 „neue“ Arten gefunden wurden, d.h. diese wurden bei der vorhergehenden dreijährigen Untersuchung nicht nachgewiesen. Zusammen mit weiteren gelegentlichen Beobachtungen und beispielsweise Auswertungen der Beifänge von Borkenkäfer-Pheromonfallen-Untersuchungen sind somit insgesamt aktuell 450 xylobionte Käferarten aus der Sächsischen Schweiz bekannt, was bezogen auf diese Käfergruppe etwa die Hälfte der Fauna Sachsens entspricht. Im Rahmen des aktuellen Projekts soll die faunistische Inventarisierung der Käferfauna der Sächsischen Schweiz fortgesetzt werden, wobei mit der Hinzuziehung einer Waldbrandfläche ein ganz besonderer Lebensraum in den Fokus rücken soll.
Auf vier unterschiedlich strukturierten Waldflächen fanden die entomofaunistischen Erfassungen statt (Lage siehe Abb. 36_01): 1. Alt-Eichenbestand am Kalkbuschweg (50°55'35.8"N, 14°22'39.4"E) 2. Eschen-Bachwald in der Heidelbachaue am Bammelweg (50°56'01.6"N, 14°23'07.7"E) 3. Kiefernriffwald im Kleinen Zschand Nähe Quenenwiese (50°54'59.1"N, 14°16'05.6"E) 4. Waldbrandfläche westlich Richterschlüchte (50°53'49.0"N, 14°16'29.9"E) Die Käfererfassungen erfolgten mit Hilfe mehrerer Methoden. Von Mai bis Oktober kamen Fensterkreuzfallen zum Einsatz (Abb.36_02). Auf jeder Fläche hing ein sogenannter Lufteklektor in etwa 15 m Höhe an einer für die jeweilige Fläche typischen Baumart: auf Fläche 1 an einer Eiche mit morschen, rindenlosen Stammpartien; auf Fläche 2 an einer frisch abgestorbenen Esche; auf Fläche 3 an einer frisch abgestorbenen Alt-Kiefer und auf Fläche 4 an einer durch den Waldbrand 2022 abgestorbenen Kiefer. Die Leerung der Fallen erfolgte einmal monatlich. Von Mai bis August wurden für jeweils 14 Tage mit drei Gelbschalen auf jeder der vier Flächen (Abb. 36_03) gefangen (Fläche 4 zweimal 14 Tage). Die Gelbschalen sind Kunststoffschalen, die im Pflanzenschutz zur Schaderregerüberwachung zum Einsatz kommen. Außerdem fanden alle 14 Tage Handfänge (Kescher, Klopfschirm, Klopfschale, Streifsack, Beobachtung, Blütenabsuche usw.) statt sowie ein Lichtfang je Untersuchungsfläche (Abb. 36_04). Zudem sind Rindenstücke für die Zucht eingetragen worden. Zusätzlich wurde ein kleiner Tannen-Altbestand nur mit einem Lufteklektor beprobt (50°55'56.4"N, 14°22'47.8"E) (Abb. 36_01, grüne Markierung). Die anderen Erfassungsmethoden kamen hier nicht zum Einsatz. Alle Arten, die zweifelsfrei im Gelände identifiziert werden konnten, wurden notiert und wieder freigelassen. Das Fangmaterial aus den Fallen wurde im Labor mit Hilfe einer Lupenlampe und eines Stereomikroskops ausgelesen, wobei alle Käfer separiert und in 70%igem Alkohol konserviert wurden. Zusätzlich wurden alles Wildbienen und Grabwespen, Raubfliegen sowie Wanzen und Zikaden, die zufällig in die Fallen geraten sind, extra ausgelesen und ebenfalls in 70%igem Alkohol konserviert, um sie den entsprechenden Spezialisten zur Verfügung zu stellen.
Abb. 36_01: Lage der vier Hauptuntersuchungsflächen (gelbe Markierung) sowie des Tannenbestandes, bei dem nur ein Lufteklektor zum Einsatz kam (grüne Markierung).
Abb. 36_02: Beispiel für Fensterkreuzfallenerfassung an einer abgestorbenen Kiefer auf der Waldbrandfläche.
Abb. 36_03: Beispiel für Gelbschalenerfassung auf der Waldbrandfläche.
Abb. 36_04: Beispiel für die drei Lichtfangmethoden: 1. „Klassischer Lichtfang“ mit 160 W-Mischlichtleuchte an weißem Tuch. Als zweite Lichtfangmethode kam ein sogenannter Leuchtturm zum Einsatz, der möglichst abseits von obiger Lichtquelle aber dennoch in der Nähe aufgebaut wurde. Als Lichtquelle dienen zwei akkubetriebene Leuchtstoffröhren, (15 W Schwarzlicht + 15 W superaktinisch). Als dritte Lichtfangmethode wurde eine mit „Ento-LED“ bestückte Fensterkreuzfalle installiert, die abseits der obigen Lichtquellen während des Lichtfanges, d.h. für ca. 3 bis 4 Stunden in die Krone eines Baumes gehängt wurde. Es kam eine powerbankbetriebene LED-Einheit (1,1 W) zum Einsatz.
Insgesamt wurden 672 Käferarten erfasst, wobei ca. 5.400 Tiere ausgewertet, d.h. bis zur Art bestimmt worden sind. 364 Arten und damit reichlich die Hälfte können der ökologischen Gruppe der xylobionten Käfer i.w.S. zugeordnet werden. Im Vergleich zur bisherigen Artenliste nach den Untersuchungen von Lorenz 2005 bis 2007 und 2017 bis 2018 sowie sonstigen eigenen Käfernachweisen können mehrere Neufunde verzeichnet werden, d.h. von diesen Arten gab es bisher noch keine Fundmeldungen aus dem Nationalpark Sächsische Schweiz. Faunistisch bemerkenswert unter den „Nicht-Xylobionten“ ist, dass 6 Arten der Gattung Carabus (C. coriaceus, C. hortensis, C. auronitens, C. problematicus, C. violaceus, C. glabratus) beobachtet werden konnten, v.a. durch Ableuchten in der Nacht während der Lichtfänge. Alle Arten dieser „Großlaufkäfer“ gelten laut Bundesartenschutzverordnung als „besonders geschützt“. Weitere relativ seltene Laufkäferarten sind beispielsweise Notiophilus aestuans, Pterostichus quadrifoveolatus, Ophonus ardosiacus, Ophonus azureus, Abax carinatus und Amara nitida. Laut bundesdeutscher Roter Liste gefährdet sind beispielsweise der Weichkäfer (Ancistronycha erichsonii) und der Walker (Polyphylla fullo). Die nachfolgenden Fundmeldungskarten stammen aus dem überwiegend ehrenamtlich betriebenen Portal „www.coleoweb.de“. Für das Mitteilen und aktualisieren von Funddaten gibt es für jedes Bundesland mindestens einen Verantwortlichen. Dieser ist auf die Übermittlung von Funddaten der aktiven Entomologen angewiesen und benötigt entsprechende Freizeit, um unentgeltlich den Datenbestand einzupflegen. Da dies nicht immer sofort erfolgt, sind auch die Fundpunktkarten nicht immer auf dem aktuellen Stand. Sie spiegeln aber in den meisten Fällen recht gut die Verbreitungssituation wider. Die Diskrepanz bezüglich Aktualisierungen ist aus den Abbildungen manchmal ersichtlich, wenn beispielsweise noch keine blauen Quadrate zu sehen sind, hier aber die aktuellen Neu- bzw. Wiederfunde für die sächsische bzw. oberlausitzer Käferfauna mitgeteilt werden.
Abb. 36_05: Ein Exemplar der relativ seltenen Weichkäferart Ancistronychus erichsonii wurde im Juli 2023 beim Lichtfang auf der Quenenwiese unmittelbar unterhalb des Kiefern-Riffwaldes im Kleinen Zschand nachgewiesen (leg. J. Lorenz & R. Gutzeit; det. et coll. J. Lorenz). Es handelt sich um eine überwiegend montan verbreitete Art, die ihren Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland in den höheren Lagen der Mittelgebirgsregionen wie Erzgebirge, Thüringer Wald, Bayerischer Wald, Alpenvorland, Schwarzwald hat. Das Vorkommen in der Sächsischen Schweiz auf einer Talwiese in ca. 200 m Höhe induziert die sogenannte Höhenstufenumkehr bzw. kleinklimatische Besonderheit, dass auf den südlich exponierten „Felsriffen“ in 450 m Höhe trockenwarme Bedingungen vorhanden, wo wärmeliebende Arten leben, während unterhalb in den reliefbedingt kühlfeuchten, schattigen Tälern montane Verhältnisse vorherrschen, wo es Vorkommen von echten Gebirgsarten gibt. Dies verdeutlicht der Fund der nachfolgenden Art.
Abb. 36_06: Ein Exemplar des Walkers Polyphylla fullo konnte im Juli 2023 beim Lichtfang auf der Quenenwiese unmittelbar unterhalb des Kiefern- Riffwaldes im Kleinen Zschand beobachtet werden (vid. J. Lorenz & R. Gutzeit). Die Art kommt vor allem in wärmebegünstigten Lagen des Tieflandes in trockenen Kiefernwäldern auf Sandböden vor.
Es wurden 278 Käferarten nachgewiesen, darunter 160 xylobionte Arten i.w.S., von denen 40 Arten als faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden können, weil sie entweder in einer Roten Liste stehen, laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind, wegen ihrer Seltenheit bzw. wegen ihres nur regionalen/ lokalen Verbreitungsschwerpunkts oder der bioindikatorischen Relevanz (Abb. 36_07).
Abb. 36_07: Faunistisch bemerkenswerte xylobionte Arten, die auf der „Eichenfläche“ nachgewiesen wurden. RLDt: = aktuelle Rote Listen Deutschlands; RLSn: Rote Listen Sachsens; BAV: Bundesartenschutzverordnung; SaxF: Sachsenfauna-Änderung bezogen auf Köhler & Klausnitzer (1998) (Beispielerklärung: E’06 = Erstnachweis für Sachsen 2006; W’04 = Wiederfund in Sachsen, letzte Fundmeldung mind. vor 1950); 1.n.2000 = ersten Nachweis seit der Jahrtausendwende); H* = Häufigkeit; sh = sehr häufig; h = häufig; mh = mäßig häufig; s = selten; ss = sehr selten (subjektive Einschätzung des Autors auf Grundlage einer über 40jährigen Beschäftigung mit der Käferfauna Sachsens und einer eigenen Datenbank, die im Dezember 2023 mehr als 130.000 Datensätze mit etwa 9.800 Beobachtungsprotokollen von 2.100 Fundorte und von 3.400 Käferarten aus Sachsen umfasst sowie einer Vergleichs-/Belegsammlung mit ca. 30.000 sächsischen Käfern);
Abb. 36_08: Der Rindenschröter Ceruchus chrysomelinus konnte im feuchten, rotfaulen liegenden Fichten-Totholz nachgewiesen werden und wurde bisher in Sachsen nur im Nationalpark Sächsische Schweiz gefunden. Laut Rote Liste ist die Art „vom Aussterben bedroht“ nach der BArtSchV „besonders geschützt“. Die „Urwald-Reliktart“ scheint eng an naturnahe, autochthone Fichtenmischwälder gebunden zu sein, denn obwohl im gesamten Erzgebirge Fichtenbestände dominieren, kommt die Art dort nicht vor, weil es sich um forstwirtschaftlich überprägte, d.h. künstlich aufgeforstete Bestände handelt. Es gab in der Vergangenheit mehrfach eine Unterbrechung der Habitattradition, indem der gesamte Wald abgeholzt und erst viele Jahre später künstlich wieder aufgeforstet wurde.
Abb. 36_09: Anfang/Mitte Juli 2023 wurde je ein Exemplar vom Marmorierten Goldkäfer Protaetia marmorata im Lufteklektor und Gelbschale gefangen. Die laut BArtSchV besonders geschützte Art entwickelt sich in mit erdfeuchtem Holzmulm gefüllten Baumhöhlen.
Abb. 36_10: Mitte August 2023 konnte ein Exemplar des Eichen-Widderbocks Plagionotus depressus im Lufteklektor gefangen werden, der beim Lichtfang für ca. 3 Stunden mit einer Ento-LED bestückt wurde und in der Baumkrone einer frisch abgestorbenen Eiche hing. Bisher gab es noch keine Fundmeldung von dieser Art aus der Hinteren Sächsischen Schweiz.
Außerdem können zwei außergewöhnliche faunistische Besonderheiten von dieser Fläche genannt werden, die aber nicht zu den xylobionten Käfern zählen. Die Kurzflüglerart Scopaeus debilis konnte erstmals in Deutschland nachgewiesen werden und eine weitere Kurzflüglerart Achenium depressum erstmals in Sachsen. Beide Arten wurden mit Hilfe eines Lufteklektors erfasst, an dem eine sogenannte „EntoLED“ befestigt war und zwar nur für die Lichtfangzeit am 14.8.2023 von 21 Uhr bis Mitternacht.
Abb. 36_11: Mitte August 2023 konnte ein Exemplar des Kurzflüglers Scopaeus debilis im Lufteklektor gefangen werden, der beim Lichtfang für ca. 3 Stunden mit einer Ento-LED bestückt wurde und in der Baumkrone einer frisch abgestorbenen Eiche hing. Diese Kurzflüglerart wurde erstmals in Deutschland nachgewiesen.
Abb. 36_12: Mitte August 2023 konnten zwei Exemplare des Kurzflüglers Achenium depressum im Lufteklektor gefangen werden, der beim Lichtfang für ca. 3 Stunden mit einer Ento-LED bestückt wurde und in der Baumkrone einer frisch abgestorbenen Eiche hing. Diese Kurzflüglerart wurde erstmals in Sachsen nachgewiesen.
Es wurden 290 Käferarten nachgewiesen, darunter 171 xylobionte Arten i.w.S., von denen 43 Arten als faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden können, weil sie entweder in einer Roten Liste stehen, laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind, wegen ihrer Seltenheit bzw. wegen ihres nur regionalen/ lokalen Verbreitungsschwerpunkts oder der bioindikatorischen Relevanz (Abb. 36_13).
Abb. 36_13: Faunistisch bemerkenswerte xylobionte Arten, die auf der „Bachwaldfläche“ nachgewiesen wurden RLDt: = aktuelle Rote Listen Deutschlands; RLSn: Rote Listen Sachsens; BAV: Bundesartenschutzverordnung; SaxF: Sachsenfauna-Änderung bezogen auf Köhler & Klausnitzer (1998) (Beispielerklärung: E’06 = Erstnachweis für Sachsen 2006; W’04 = Wiederfund in Sachsen, letzte Fundmeldung mind. vor 1950); 1.n.2000 = ersten Nachweis seit der Jahrtausendwende); H* = Häufigkeit; sh = sehr häufig; h = häufig; mh = mäßig häufig; s = selten; ss = sehr selten (subjektive Einschätzung des Autors auf Grundlage einer über 40jährigen Beschäftigung mit der Käferfauna Sachsens und einer eigenen Datenbank, die im Dezember 2023 mehr als 130.000 Datensätze mit etwa 9.800 Beobachtungsprotokollen von 2.100 Fundorte und von 3.400 Käferarten aus Sachsen umfasst sowie einer Vergleichs-/Belegsammlung mit ca. 30.000 sächsischen Käfern);
Als große faunistische Besonderheit kann der erneute Nachweis des Schnellkäfers Lacon lepidopterus besonders hervorgehoben werden, den es in Deutschland nur in der Sächsischen Schweiz zu geben scheint. Es handelt sich nach Eckelt et al (2017) um eine Urwald-Reliktart. Die Schnellkäferart hat E. Jantke Anfang der 1990er Jahren in der Umgebung der Lorenzsteine entdeckt. Bei den eigenen Recherchen im Rahmen der 2005 bis 2007 erfolgten Untersuchungen zur xylobionten Käferfauna wurde nicht nur alte Literatur ausgewertet, sondern über persönliche Kontakte und mündliche Mitteilungen solche Funde „gehoben“ und mit in die Auswertung aufgenommen sowie 2010 publiziert (Lorenz 2010). Im Jahr 2013 wurde die Art durch H.P. Reike nachgewiesen, namentlich bei Untersuchungen zu Beifängen aus Borkenkäfer-Pheromonfallen (leg. Rödinger), die in der Nähe des Saupsdorfer Weges südöstlich der Buschmühle aufgestellt waren. Im Jahr 2022 gelang R. Gutzeit ein Nachweis der Art bei Buschmüllers Räumicht.
Abb. 36_14: Ein Exemplar dieser Seltenheit ist am Rande der Bachaue unter der Rinde eines Fichtenstumpfes gefunden worden (Foto: R. Gutzeit).
Abb. 36_15: Im Juni 2023 wurde ein Exemplar des seltenen Kurzflüglerkäfers Phloeonomus minimus im Lufteklektor gefangen, der an einer toten Esche hing. Nach Vogel (2010) gab es bisher aus Sachsen erst eine Fundmeldung aus dem vorvorigen Jahrhundert von Kiesenwetter bei Leipzig und eine aus dem Jahr 2008 von Jakobitz & Ziesche aus dem oberlausitzer Weißwasser. 2022 gelang mir ein Nachweis im Forstbotanischen Garten in Tharandt.
Abb. 36_16: Mitte Juni 2023 konnten zwei Exemplare des Grünen Edelscharrkäfers Gnorimus nobilis auf Blüten beobachtet worden. Die Larven dieser Art entwickeln sich in mit Holzmulm gefüllten Baumhöhlen von Laubbäumen.
Es wurden 316 Käferarten nachgewiesen, darunter 186 xylobionte Arten i.w.S., von denen 62 Arten als faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden können, weil sie entweder in einer Roten Liste stehen, laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind, wegen ihrer Seltenheit bzw. wegen ihres nur regionalen/ lokalen Verbreitungsschwerpunkts oder der bioindikatorischen Relevanz (Abb. 36_17).
Abb. 36_17: Faunistisch bemerkenswerte xylobionte Arten, die in/um den Kiefernriffwald nachgewiesen wurden. RLDt: = aktuelle Rote Listen Deutschlands; RLSn: Rote Listen Sachsens; BAV: Bundesartenschutzverordnung; SaxF: Sachsenfauna-Änderung bezogen auf Köhler & Klausnitzer (1998) (Beispielerklärung: E’06 = Erstnachweis für Sachsen 2006; W’04 = Wiederfund in Sachsen, letzte Fundmeldung mind. vor 1950); 1.n.2000 = ersten Nachweis seit der Jahrtausendwende); H* = Häufigkeit; sh = sehr häufig; h = häufig; mh = mäßig häufig; s = selten; ss = sehr selten (subjektive Einschätzung des Autors auf Grundlage einer über 40jährigen Beschäftigung mit der Käferfauna Sachsens und einer eigenen Datenbank, die im Dezember 2023 mehr als 130.000 Datensätze mit etwa 9.800 Beobachtungsprotokollen von 2.100 Fundorte und von 3.400 Käferarten aus Sachsen umfasst sowie einer Vergleichs-/Belegsammlung mit ca. 30.000 sächsischen Käfern);
Es konnten beispielsweise mehrere faunistische Besonderheiten nachgewiesen werden, u.a. drei Bockkäferarten, die laut Roter Liste Sachsens als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft sind und sich in Nadelholz v.a. Fichten (Pachyta quadrimaculata, Acmaeops septentrionis) und Kiefern (Etorufus pubescens) entwickeln, sofern es sich um autochthone Bestände handelt. Außerdem sind zwei Arten gefunden worden, die ursprünglich als große Seltenheiten galten, sich aber seit etwa 10 Jahren ausbreiten bzw. häufiger gefunden werden: Der Pflanzenkäfer Prionychus melanarius und der Pilzkäfer Triplax aenea.
Abb. 36_18: Ende Juni/ Anfang Juli 2023 wurde ein Exemplar des Bockkäfers Pachyta quadrimaculata im Lufteklektor gefangen, der an einer frisch abgestorbenen Kiefer hing. Die montane, an autochthone Fichten gebundene Art kommt in Sachsen nur in der Sächsischen Schweiz vor und nur dort, wo es noch keinen forstwirtschaftlichen Einfluss gegeben hat, d.h. nur dort, wo sich die Fichte natürlich reproduzieren konnte und nicht durch Kahlschlag und künstlich Aufforstung, wie sonst fast überall.
Abb. 36_19: Mitte Juni 2023 konnte ein Exemplar des relativ seltenen Schwarzen Kugelhalsbocks Acmaeops septentrionis unmittelbar unterhalb des Felsriffs am Wegrand auf Fichtentotholz beobachtet werden.
Abb. 36_20: Von Mitte Juni bis Mitte August 2023 konnte der seltene Filzhaarige Halsbock Etorufus pubescens unmittelbar unterhalb des Felsriffs an den Wegrändern auf Blüten beobachtet werden.
Abb. 36_21: Anfang Juli 2023 konnte der Pflanzenkäfer Prionychus melanarius mehrfach beim Lichtfang nachgewiesen werden.
Abb. 36_22: Anfang Juli 2023 konnte der Pilzkäfer Triplax aenea an Baumpilzen gefunden werden.
Es wurden 265 Käferarten nachgewiesen, darunter 170 xylobionte Arten i.w.S., von denen 50 Arten als faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden können, weil sie entweder in einer Roten Liste stehen, laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind, wegen ihrer Seltenheit bzw. wegen ihres nur regionalen/ lokalen Verbreitungsschwerpunkts oder der bioindikatorischen Relevanz (Abb. 36_23).
Abb. 36_23: Faunistisch bemerkenswerte xylobionte Arten, die auf der Waldbrandfläche nachgewiesen wurden. RLDt: = aktuelle Rote Listen Deutschlands; RLSn: Rote Listen Sachsens; BAV: Bundesartenschutzverordnung; SaxF: Sachsenfauna-Änderung bezogen auf Köhler & Klausnitzer (1998) (Beispielerklärung: E’06 = Erstnachweis für Sachsen 2006; W’04 = Wiederfund in Sachsen, letzte Fundmeldung mind. vor 1950); 1.n.2000 = ersten Nachweis seit der Jahrtausendwende); H* = Häufigkeit; sh = sehr häufig; h = häufig; mh = mäßig häufig; s = selten; ss = sehr selten (subjektive Einschätzung des Autors auf Grundlage einer über 40jährigen Beschäftigung mit der Käferfauna Sachsens und einer eigenen Datenbank, die im Dezember 2023 mehr als 130.000 Datensätze mit etwa 9.800 Beobachtungsprotokollen von 2.100 Fundorte und von 3.400 Käferarten aus Sachsen umfasst sowie einer Vergleichs-/Belegsammlung mit ca. 30.000 sächsischen Käfern);
Als faunistische Besonderheiten können folgende Arten genannt werden:
Abb. 36_24: Von Mitte Mai bis Mitte August 2023 konnte der seltene Prachtkäfer Buprestis haemorrhoidalis mehrfach v.a. an den brandgeschädigten Lärchen beobachtet werden. Es ist erst der zweite Fund in Sachsen, und der Erstnachweis liegt fast 100 Jahren zurück. Diese Art entwickelt sich in Kiefern- und wahrscheinlich auch in Lärchenholz, da die Eiablage an brandgeschädigten Lärchen beobachtet werden konnte.
Abb. 36_25: Mitte Juni 2023 konnte der Moderkäfer Corticaria lateritia unter der Rinde einer brandgeschädigten Kiefer gefunden werden. Es ist erst der zweite Nachweis in Sachsen. Bisher gab es nur eine Fundmeldung aus der Oberlausitz, namentlich vor über 40 Jahren bzw. am 31.7.1986 in Ostritz (Klausnitzer et al. 2009). Nach Eckelt et al. (2017) gilt dieser Moderkäfer als sogenannte Urwald-Reliktart.
Abb. 36_26: Im Mai 2023 konnte der Kurzflügler Leptusa norvegica unter der Rinde der brandgeschädigten Kiefern und Lärchen gefunden werden. Es dürfte erst der dritte Nachweis in Sachsen sein. Nach Vogel (2010) gibt es von dieser Kurzflüglerart einen Fund von 1986 (leg. J. Lorenz) aus Bodenfallenfängen in rauchgeschädigten Fichtenforsten des Osterzgebirges bei Bärenstein nördlich Altenberg und von 2004 aus Chemnitz (Zeisigwald) durch Gesiebe an Wildfutterstellen (siehe auch Peschel 2021). Diese unscheinbare Kurzflüglerart lebt wahrscheinlich nicht nur unter der verpilzten Rinde von Laub- und Nadelbäumen, sondern unspezifisch im Detritus, aber sie ist offenbar vor allem im Winterhalbjahr aktiv.
Abb. 36_27: Mitte Juli 2023 konnte die streng an brandgeschädigte Kiefern und Lärchen gebundene Prachtkäferart Melanophila acuminata nachgewiesen werden. Die Art wurde das erste Mal in der Sächsischen Schweiz gefunden.
Abb. 36_28: Von Juli bis Oktober 2023 konnte der an Waldbrandflächen gebundene Laufkäfer Sericoda quadripunctata mehrfach unter den verkohlten Stämmen und im Herbst auch unter der Rinde der toten Bäume gefunden werden. Bisher gab es von dieser Laufkäferart noch keine Fundmeldungen aus der Sächsischen Schweiz.
Entsprechend der Vereinbarungen sowie der zeitlichen und personellen Kapazitäten wurden vier Untersuchungsflächen festgelegt. Bei der Vor-Ort- Flächenauswahl am Beginn der Untersuchungen fiel dieser etwa 10 Bäume umfassende Tannen-Altbestand auf, der nicht die habitatstrukturellen Gegebenheiten und Flächengrößenanforderungen hat, um mit dem avisierten Methodendesign eine fachlich fundierte Erfassung durchführen zu können. Deshalb wurde entschieden, nur einen Lufteklektor in die Mitte dieser Baumgruppe zu installieren und extra auszuwerten. Weil auf dieser Fläche weder Hand- noch Lichtfänge durchgeführt wurden, sind nur 42 Käferarten nachgewiesen worden, darunter 38 xylobionte Arten i.w.S. Davon können 8 Arten als faunistisch bemerkenswert hervorgehoben werden, weil sie entweder in einer Roten Liste stehen, laut Bundesartenschutzverordnung geschützt sind, wegen ihrer Seltenheit bzw. eines nur regionalen oder lokalen Verbreitungsschwerpunkts oder wegen ihrer bioindikatorischen Relevanz (Abb. 36_29). Es konnte jedoch keine nur an Weißtanne gebundenen Arten gefunden werden, was darauf schließen lässt, dass die Tannen, obwohl sie relativ alt sind, vermutlich nicht autochthon sind, sondern offensichtlich vor etwa 100 Jahren angepflanzt wurden bzw. es keine Bestandeskontinuität/ Habitattradition gibt.
Abb. 36_29: Faunistisch bemerkenswerte xylobionte Arten, die in der Tannengruppe nachgewiesen wurden. RLDt: = aktuelle Rote Listen Deutschlands; RLSn: Rote Listen Sachsens; BAV: Bundesartenschutzverordnung; SaxF: Sachsenfauna-Änderung bezogen auf Köhler & Klausnitzer (1998) (Beispielerklärung: E’06 = Erstnachweis für Sachsen 2006; W’04 = Wiederfund in Sachsen, letzte Fundmeldung mind. vor 1950); 1.n.2000 = ersten Nachweis seit der Jahrtausendwende); H* = Häufigkeit; sh = sehr häufig; h = häufig; mh = mäßig häufig; s = selten; ss = sehr selten (subjektive Einschätzung des Autors auf Grundlage einer über 40jährigen Beschäftigung mit der Käferfauna Sachsens und einer eigenen Datenbank, die im Dezember 2023 mehr als 130.000 Datensätze mit etwa 9.800 Beobachtungsprotokollen von 2.100 Fundorte und von 3.400 Käferarten aus Sachsen umfasst sowie einer Vergleichs-/Belegsammlung mit ca. 30.000 sächsischen Käfern);
Abb. 36_30: Im Juni/Juli 2023 konnten mehrere Exemplare des Bockkäfers Clytus lama mit Hilfe des Lufteklektors gefangen werden. Diese montan verbreitete Art entwickelt sich an verschiedenen Nadelbaumarten, d.h. neben Fichte auch an Tanne und Lärche. Es ist zumindest nicht auszuschließen, dass die Tanne als Entwicklungsort genutzt wird.
In einer Veröffentlichung von Müller et al. (2005) werden auf Basis der Liste der xylobionten Käfer Deutschlands (Schmidl & Bussler 2004) eine Definition für sogenannte „Urwaldrelikt-Arten“ formuliert und 115 Käferarten aufgelistet, die in Deutschland als Urwaldreliktarten bezeichnet werden können. Nach den folgenden Kriterien erfolgt die Auswahl der Arten: - relikteres Vorkommen in Mitteleuropa - Bindung an Habitattradition sowie Kontinuität der Alters- und Zerfallsphase des Waldes - hohe Ansprüche an Totholzqualität und -quantitäten - aus forstlich geprägten Wäldern weitestgehend verschwunden Als Beispiel erwähnen Müller et al. (2005) ein Naturwaldreservat im Spessart, in den es acht rezente Urwaldreliktarten gibt und diesen Bestand als „...einen der wichtigsten urständigsten Waldbestände Deutschlands“ hervorheben. Entsprechend dieser Liste können auf Grundlage der bis 2007 vorliegenden Untersuchungsergebnisse aus der Sächsischen Schweiz immerhin 6 Urwaldreliktarten genannt werden (Abb. 36_31). Ergänzt man die überarbeitete und auf ganz Mitteleuropa bezogene Urwaldreliktartenliste von Eckelt et al. (2017) wurden bisher neun Urwald-Reliktarten im Nationalpark Sächsische Schweiz gefunden. Legt man jedoch nur die aktuellere Eckelt-Liste den Erfassungsergebnissen von 2005 bis 2007 zugrunde, stehen dennoch sechs Urwald-Reliktarten zu Buche, weil einige Arten aus der 2005er Liste gestrichen wurden, andere aber neu aufgenommen worden sind.
Abb. 36_31: Liste der bis Ende 2023 im Nationalpark Sächsische Schweiz nachgewiesenen Urwald-Reliktarten (URA: M = Müller et al. 2005 und E = Eckelt et al. 2017); RLDt: = aktuelle Rote Listen Deutschlands; RLSn: Rote Listen Sachsens; BAV: Bundesartenschutzverordnung;
Mit 672 erfassten Käferarten, wobei 60 Käferarten, also ca. 9% erstmals (bezogen auf die Gesamtartenliste aus den Erfassungen von 2005 bis 2007 sowie 2017 bis 2018 sowie nach Recherchen im Online-Portal www.colkat.de) für den Nationalpark Sächsische Schweiz nachgewiesen wurden, sind davon die Hälfte Xylobionte. Insofern haben sich die Kenntnisse über die Käferfauna der Region wieder etwas erweitert. Dennoch wird deutlich, dass es noch erhebliche Defizite über die tatsächliche Fauna gibt und eine Fortführung der Inventarisierung wünschenswert ist. Dieses Ergebnis verdeutlicht also einerseits die oben erwähnten Defizite bei der Erforschung der heimischen Fauna. Andererseits kann man es auch als Hinweis für ein dynamisches (Öko-) System sehen, in dem sukzessive Prozesse stattfinden dürfen - mit einem permanenten Artenaustausch, der eine kontinuierliche faunistische Forschung erforderlich macht, um die Veränderungen – positiv oder negativ – dokumentieren zu können. Außerdem ist aktuell ein längerfristiges Monitoring auf der Waldbrandfläche notwendig, um die dortige Sukzession kontinuierlich dokumentieren zu können. Grundsätzlich wäre eine regelmäßige Inventarisierung der Käferfauna, wobei nach und nach möglichst alle oder zumindest die meisten Lebensraumtypen mit unterschiedlichsten Erfassungsmethoden im Nationalpark Sächsische Schweiz beprobt werden, ein wichtiger Beitrag zum Verständnis unseres natürlichen Erbes.
Böhme, J. (2001): Phytophage Käfer und ihre Wirtspflanzen in Mitteleuropa. Ein Kompendium. – bioform. 132 S.
Dietrich, W. (2013): Beobachtungen einiger Käferarten an und in Pilzen (Coleoptera). – Entomologische Nachrichten und Berichte 57 (3): 158- 162.
Dietrich, W. (2020): Beobachtungen von Käfern an und in Pilzen (Coleoptera). – Entomologische Nachrichten und Berichte 64 (2): 202- 205.
Eckelt, A., Müller, J.·Bense, U., Brustel, H., Bußler, H., Chittaro, Y., Cizek, L., Frei, A., Holzer, E., Kadej, M., Kahlen, M., Köhler, F., Möller, G., Mühle, H., Sanchez, A., Schaffrath, U., Schmidl, J., Smolis, A., Szallies, A., Németh, T., Wurst, C., Thorn, S., Christensen, R.H.B. & S. Seibold (2017): “Primeval forest relict beetles” of Central Europe: a set of 168 umbrella species for the protection of primeval forest remnants. - Journal of Insect Conservation. https://doi.org/10.1007/s10841-017-0028-6 . 14 S.
Feiler, A. (1970): Untersuchungen über die Bodenfauna rauchgeschädigter Fichten- und Kiefernbestände am Beispiel des Elbsandsteingebirges und der Dübener Heide (Col., Car.). Diss. TU Dresden, Sektion Forstwissenschaft.
Freude, Harde, Lohse (1964-84): Die Käfer Mitteleuropas, Bände 1-11. Verlag Goecke & Evers, Krefeld.
Gebert, J. (2022): Rote Liste und Artenliste Sachsens - Laufkäfer. – (Hrsg.: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie LfULG): 80 S.
Hornig, U. (1995): Kommentiertes Verzeichnis der Erotylidae, Biphyllidae und Cryptophilidae (Coleotera) des Freistaates Sachsen. – Mitteilungen Sächsischer Entomologen, Nr. 28: 24-27.
Hornig, U. (2020): Die Käferfauna von Sachsen (Coleoptera) – ein kurzer Überblick der Erkenntnisfortschritte in den vergangenen zwei Jahrzehnten. – Entomologische Nachrichten und Berichte, 64 (2): 101- 113.
Hornig, U. (2022): Die Käferfauna (Coleoptera) von Sachsen – Ergänzungen für 2020-2022 und Nachträge. – Entomologische Nachrichten und Berichte, 66 (2): 123-135.
Hornig, U. & J. Lorenz (2018): Neues aus der Käferfauna Sachsens (Coleoptera) – 6. Beitrag. - Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), 62/1: 37-47.
Hornig, U. & B. Klausnitzer (2022): Verzeichnis der Käfer (Coleoptera) Sachsens mit einer Darstellung der historischen Grundlagen. – Entomologische Nachrichten und Berichte, Beiheft 26, 299 S. Dresden.
Jäger, O. (1995): Zur Fauna der Byrrhidae der Sächsischen Schweiz (Insecta: Coleoptera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 20: 279-283.
Jäger, O. (2014): Zur Wasserkäferfauna der Sächsischen Schweiz (Hydradephage, Hydrophiloidea, Hydraenidae, Dryopoidea). - Entomologische Nachrichten und Berichte 58/1-2: 27-39.
Klausnitzer, B. (1995): Rote Liste der Blatthornkäfer (Trogidae, Geotrupidae, Scarabaeidae) und Hirschkäfer (Lucanidae) im Freistaat Sachsen. Materialien zu Naturschutz und Landschaftspflege 5, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Radebeul. 76 S.
Klausnitzer, B. & J. Stegner (2018): Rote Liste und Artenliste Sachsen. - Bockkäfer. – Hrsg.: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie: 72 S.
Klausnitzer, B., Hornig, U., Lorenz, J., Gebert, J., Hoffmann, W., Sieber, M. & W. Richter (2012): Zur Kenntnis der Käferfauna Sachsens (Coleoptera). - Entomologische Nachrichten und Berichte, 56 (2): 109- 122.
Klausnitzer, B., Hornig, U., Behne, L., Franke, R., Gebert, J., Hoffmann, W., Jäger, O., Müller, H., Richter, W., Sieber, M. & J. Vogel (2009): Die Käferfauna (Coleoptera) der Oberlausitz. Teil 1. - Entomologische Nachrichten und Berichte. Beiheft 12: 252 S., 1 Karte. Dresden.
Klausnitzer, B., Hornig, U., Behne, L., Franke, R., Gebert, J., Hoffmann, W., Jäger, O., Müller, H., Richter, W., Sieber, M. & J. Vogel (2018): Die Käferfauna (Coleoptera) der Oberlausitz. Teil 3: Nachträge, gesamtübersicht und Analyse der Umweltbezüge. - Entomologische Nachrichten und Berichte. Beiheft 23: 632 S., 305 Abb., 1 Karte. Dresden.
Koch, K. (1989a, 1989b, 1992): Die Käfer Mitteleuropas. Ökologie, Bände 1 bis 3. - Verlag Goecke & Evers, Krefeld.
Köhler, F. (2000): Totholzkäfer in Naturwaldzellen des nördlichen Rheinlands. - Hrsg.: Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten / Landesamt für Agrarordnung NRW, LÖBF-Schriftenreihe, Band 18: 351 S.
Köhler, F. [Projektleiter] (2013): Entomofauna Germanica. Verzeichnis der Käfer Deutschlands Online. – www.coleokat.de.
Köhler, F. & B. Klausnitzer (1998): Verzeichnis der Käfer Deutschlands. - Entomologische Nachrichten und Berichte (Dresden), Beiheft 4.
Kopetz, A. & A. Weigel (2015): Neu- und Wiederfunge von Käferarten (Coleoptera) für die Fauna von Thüringen IV. – Entomologische Nachrichten und Berichte 59 (2): 97-106.
Lohse & Lucht (1989-94): Die Käfer Mitteleuropas. Supplementbände 12- 14. Verlag Goecke & Evers, Krefeld.
Krause, R. (1970): Bemerkenswerte Käferfunde aus der Hinteren Sächsischen Schweiz (Insecta, Coleoptera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 4(2): 9-13.
Krause, R. (1974a): Die Laufkäfer der Sächsischen Schweiz, ihre Phänologie, Ökologie und Vergesellschaftung (I) (Coleoptera, Carabidae). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 5(2): 73-179.
Krause, R. (1974b): Zur Fauna der heteromeren Käfer der Sächsischen Schweiz (Coleoptera, Heteromera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 5(4): 199-204.
Krause, R. (1977): Zur Wiederspieglung der Höhenstufen-Umkehr der Vegetation der Sächsischen Schweiz in ihrer Käferfauna. – Abhand. Ber. Naturkundemuseum Görlitz. 51(2): 61-65.
Krause, R. (1978): Untersuchungen zur Biotopbindung bei Rüsselkäfern der Sächsischen Schweiz (Coleoptera, Curculionidae). - Entomologische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 41(1): 1-201.
Krause, R. (1982): Zur Faunistik, Ökologie und Phänologie der Blattkäfer der Sächsischen Schweiz (Insecta, Coleoptera, Chrysomelidae). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 9(1): 1-55.
Krause, R. (1989): Zur Fauna der heteromeren Käfer der Sächsischen Schweiz (II) und zu den mitteleuropäischen Arten des Aderiden-Subgenus Euglenes WESTWOOD, 1829 (Insecta, Coleoptera, Heteromera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 16(10): 135-140.
Krause, R. (1995): Zur Lauf-, Blatt- und Rüsselkäferfauna eines Ahorn- Eschen-Steilhangwaldes in der Sächsischen Schweiz (Col., Carabidae, Chrysomelidae, Curculionidae). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 20(4): 19-28.
Krause, R. (1995): Zur Fauna der heteromeren Käfer der Sächsischen Schweiz (III) (Col., Heteromera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 20(3): 15-18.
Krause, R., Witsack, W. & R. Emmrich (1992): Faunistisch-ökologische Untersuchungen an Standorten der Krähenbeere (Empetrum nigrum L.) in der Sächsischen Schweiz am Beispiel einiger Käferfamilien und Zikaden (Insecta, Coleoptera: Carabidae, Cantharidae, Chrysomelidae, Curculionidae; Homoptera: Auchenorrhycha). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 18: 131-151.
Krause, R. & J. Zinke (1989): Zur Kenntnis der Hydrophilidae (s.str.) der Sächsischen Schweiz (Insecta, Coleoptera). - Faunistische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 17(6): 37-46.
Lorenz, J. (1999): Ökofaunistische Untersuchungen zur Coleopterenfauna einer strukturreichen Agrarlandschaft (Insecta: Coleoptera). - Dissertation, TU Dresden. 197 S.
Lorenz, J. (2006): Bedeutung, Gefährdung und Schutz von Alt- und Totholzlebensräumen sowie Ergebnisse mehrjähriger Untersuchungen in Dresden einschließlich landschaftspflegerischer Umsetzung. - NSI - Projektberichte 2/2006 (Hrsg.: AG Naturschutzinstitut Region Dresden e.V.): 2., überarbeitete und erweitere Auflage, 20seitige Broschüre.
Lorenz, J. (2010): „Urwaldrelikt“-Käferarten in Sachsen (Coleoptera part.). – Sächsische Entomologische Zeitschrift 5: 69-98.
Lorenz, J. (2010): Käferbeifänge am Licht (Coleoptera part.). - Entomologische Nachrichten und Berichte, 54 (3-4): 193-206.
Lorenz, J. (2021): Nachweis von Hymenophorus doublieri Mulsant, 1851 im sächsischen Elbsandsteingebirge - https://www.lorenzjoerg.de/blog/hymenophorus_doublieri
Lucht & Klausnitzer (1998): Die Käfer Mitteleuropas. Supplementband 15. Verlag Goecke & Evers, Krefeld.
Müller, J., Bußler, H., Bense, U., Brustel, H., Flechtner, G., Fowles, A., Kahlen, M., Möller, G., Mühle, H., Schmidl, J. & P. Zabransky (2005): Urwaldrelikt-Arten – Xylobionte Käfer als Indikatoren für Strukturqualität und Habitattradition (Insecta, Coleoptera part.). – waldoekologie online, H. 2, S. 106-113.
Rietsch, H. (1972): Bemerkenswerte Käferfunde aus dem Elbsandsteingebirge. – Entomologische Nachrichten (16). Dresden.
Peschel, R. (2021): Käferfunde an Wildfutterstellen in Chemnitz und im Erzgebirge. – Mitteilungen Sächsischer Entomologen, Band 40 (Nr. 137): 3-16.
Ries, M.; Balzer, S.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek , G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 5: Wirbellose Tiere (Teil 3). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (5):
Rheinheimer, J. & M. Hassler (2010): Die Rüsselkäfer Baden- Württembergs. – Hrsg.: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz. Verlag Regionalkultur. 944 S.
Rheinheimer, J. & M. Hassler (2018): Die Blattkäfer Baden-Württembergs. – 928 S. Karlsruhe (Kleinsteuber Books).
Schmidl, J. & H. Bussler (2004): Ökologische Gilden xylobionter Käfer Deutschlands. – Naturschutz und Landschaftsplanung 36, (7): 202-218.
Schmidt, J., Trautner, J. & G. Müller-Motzfeld (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Laufkäfer (Coleoptera: Carabidae) Deutschlands - Schriftenreihe Naturschutz und Biologische Vielfalt 70(4): 139-204. (Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz).
SMUL (Hrsg.) (2008): Naturschutzgebiete in Sachsen. – Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. 719 S.
Vogel, J. (2013): Die Staphyliniden-Fauna (Coleoptera) der Oberlausitz. Die Käferfauna (Coleoptera) der Oberlausitz. Teil 2. – In: Klausnitzer, B. & R. Reinhard (Hrsg.) Entomologische Nachrichten und Berichte. Beiheft 15: 252 S., 1 Karte. Dresden.
Witsack, W. (1978): Zur Verbreitung und Ökologie der Cantharoidea in der Hinteren Sächsischen Schweiz (Coleoptera: Lycidae, Lampyridae, Cantharidae, Dasycidae, Malachiidae). - Entomologische Abhandlungen Staatl. Mus. Tierkunde Dresden, Bd. 42: 301-314. Internet: Coleoptera Europaea (2025): URL: https://www.coleoweb.de, 13.12.2025